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Meinung Eine Beleidigung 
für Amerika
Nachrichten Meinung Eine Beleidigung 
für Amerika
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02:15 25.07.2016
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Amerikas Konservative sind tief gefallen. In der Nacht zu Freitag konnten sie sich einmal mehr davon überzeugen, was es bedeutet, eine einst so stolze Partei über Jahre verkommen zu lassen: Die Basis jubelt einem Verführer zu, der weder vor reihenweisen Falschbehauptungen noch vor Rufmord zurückschreckt. Donald Trump ist eine Gefahr für sein eigenes Land, und er ist eine Bedrohung für die westliche Welt.

Was der neue Spitzenkandidat der Republikaner ablieferte, lässt sich kaum als politische Rede bezeichnen. Er brüllte seine düsteren, ja apokalyptischen Botschaften heraus, als würde die größte Volkswirtschaft vor dem Untergang stehen. Umso erschreckender ist die Begeisterung der Delegierten. Die aufgepeitschte Masse forderte allen Ernstes die Inhaftierung von Hillary Clinton.

Nun sollte man auf die Stimmung auf US-Parteitagen nicht allzu viel geben. Sie gehört zur Folklore des Wahlkampfs, die als Barometer für das gesamte Land wenig taugt. Doch der schillernde Geschäftsmann spielt mit den niedrigsten Instinkten. Der 70-Jährige sammelt all die Verängstigten ein, die sich über Jahre von der überdrehten Propaganda der Tea-Party-Bewegung einnebeln ließen.

Für Deutschland und Europa bedeutet das nichts Gutes: Trumps leichtfertige Drohung, die Nato auf den Prüfstand zu stellen, beschädigt das Bündnis und verstärkt die Unsicherheit – ausgerechnet in einer Zeit, in der die Krisen in der Türkei und im Nahen und Mittleren Osten den Westen vor besondere Herausforderungen stellen.

Die Rede zur Nominierung markiert erst den Beginn des US-Wahlkampfes. Doch schon heute sind Trumps Spiel mit den Ängsten der Menschen und sein Mangel an seriösen Antworten auf die großen Fragen der Zeit eine Beleidigung für die unzähligen Amerikaner, die leidenschaftlich für eine bessere Zukunft kämpfen.

Ein neuer Nationalismus frisst sich durch die Demokratien in Europa. In Frankreich wurde der Ausnahmezustand verlängert, und in der Türkei wurden nach dem Putschversuch große Teile von Militär, Justiz und Lehrerschaft ausgetauscht. Wie geht es weiter, auch in Deutschland? Ein Kommentar von Dirk Schmaler.

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