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Meinung Eine Riesenchance 
für Russland
Nachrichten Meinung Eine Riesenchance 
für Russland
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00:16 26.11.2015
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Erwächst in diesen schwierigen Zeiten aus dem Schlechten am Ende etwas Gutes? Der islamistische Terror hat viel durcheinandergebracht – auch in der festgefahrenen Weltpolitik. Plötzlich geraten Dinge in Bewegung, Perspektiven verschieben sich. Im Laufe dieser Woche trifft Frankreichs Präsident seine Amtskollegen aus Russland und den USA. Gelingt es François Hollande, Wladimir Putin und Barack Obama zu einer klug agierenden neuen Allianz gegen den Terror zusammenzuführen? Darin läge mehr als nur eine Absage an den Machtanspruch des „Islamischen Staats“. Es könnte der Anfang vom Ende des misslichen Gegeneinanders zwischen Russland und dem Westen sein.

Voraussetzung bleibt, dass Putin zurückkehrt zu einem regelkonformen Verhalten. Einige Zeichen dieser Art gibt es. Beim G-20-Gipfel in der Türkei zeigte er sich auffallend kooperativ. Im Luftraum über Syrien kommunizieren Russen, Amerikaner und Franzosen inzwischen auf neue Art, viel besser als noch vor wenigen Wochen. In der Ukraine scheinen die prorussischen Rebellen einen Wink aus Moskau bekommen zu haben, den Ball flach zu halten. Die Invasion der strategisch wichtigen ukrainischen Hafenstadt Mariupol, vor der Hollande gemeinsam mit Angela Merkel den russischen Präsidenten mehrfach gewarnt hat, findet nicht statt.

In dieser Normalisierung liegt eine Riesenchance für Russland. Wenn Putin weiter mitspielt, kann er nicht nur darauf setzen, dass die Sanktionen enden und er wieder zu G-8-Treffen eingeladen wird. Der Westen könnte ihm anbieten, bei der dringenden wirtschaftlichen Modernisierung Russlands nicht nur ein bisschen, sondern massiv behilflich zu sein. Derzeit geht es in Russland bergab; die Armen werden ärmer, die Reichen sehen sich im Ausland um, Investoren meiden das Land. Ein neues Miteinander böte allen Seiten Vorteile.

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