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Meinung Herzen verfehlt
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01:15 28.11.2013
Von Lars Ruzic
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Bei der Wahl von Gewerkschaftschefs erwartet man ähnliche Ergebnisse wie bei der von Parteivorsitzenden: Alles, was unter der 90-Prozent-Marke liegt, lässt sich als Schuss vor den Bug interpretieren. Genau den haben die IG-Metall-Delegierten am Montag abgefeuert. Und das nicht ohne Grund.

Das Gespann aus Berthold Huber und Detlef Wetzel hat seine Erfolge, keine Frage. Sie haben mit einer pragmatischen Tarifpolitik ihren Teil dazu beigetragen, dass Deutschland gut durch die Krise gekommen ist. Sie haben mit Kampagnen gegen die Leiharbeit neue Mitglieder gewonnen und damit erstmals seit Jahren Zuwächse vermelden können. Der Wasserkopf in Frankfurt wurde angebohrt, mehr Kompetenzen wurden in die Bezirke verlagert. So weit, so gut.

Konzernlenker wären mit diesen Erfolgen auf Aktionärsversammlungen wahrscheinlich gefeiert worden. Doch an Gewerkschaftschefs werden andere Maßstäbe angelegt – und die haben Huber und Wetzel nie erfüllen können. Weder ­haben sie sich als flammende Redner präsentiert, noch haben sie polarisiert. Konflikte wurden eher in Kungelrunden ausgetragen als auf dem Platz. Das mag effizient sein – die Herzen von Gewerkschaftern, zumal Mitgliedern der IG Metall, erreicht man damit nicht.

Hinzu kommt, dass die Basis der Metaller auf Jahre keine Besserung sieht. Erst wird der spröde Huber (63) durch den spröderen Wetzel (60) abgelöst, danach droht der noch sprödere Jörg Hofmann (57). Wieder einmal scheint es allein um den Regionalproporz zwischen Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen zu gehen. Wieder übergeben vergleichsweise alte Männer den Staffelstab an ihre einstigen Stellvertreter. Generationswechsel sieht anders aus. Visionäre Kraft ebenfalls.

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