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Meinung Kreuther Geist
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02:15 09.01.2016
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Natürlich hat die Kanzlerin ihrem Freund Seehofer als Gast bei dem Kreuther Traditionstreffen nicht grünes Licht für dessen Forderung nach einer Obergrenze für Flüchtlinge in Deutschland von 200. 000 jährlich gegeben. Die Parole des CSU-Chefs ist rechtlich nicht umsetzbar – und die Kanzlerin lässt sich ihr „Wir schaffen das“ nicht von einem Ministerpräsidenten aus Bayern kleinmachen.  

Aber die Kanzlerin war in Kreuth klug genug, um auf das wichtigste Prinzip der Union hinzuweisen: Es gebe viel mehr Gemeinsamkeiten als Trennendes. Und Seehofer weiß, dass die Kanzlerin weiß: Ohne eine starke CSU ist das Kanzleramt verloren. Das lässt Angela Merkel so manche politische Provokation aus Bayern ertragen – und das trägt aber auch bei Seehofer zur Gewissheit bei, dass er dieser Frau unterlegen ist. Der so oft beschworene Geist von Kreuth, eine Mixtur aus Provokation, unbequemen Wahrheiten und auf- und abschwellenden Erregungszuständen, ist in Wahrheit ein Kreuther Geist: Wer nicht an ihn glaubt, braucht sich vor ihm auch nicht zu fürchten. Angela Merkel gehört nicht zu den Ängstlichen. Aber ein bloßes Bekenntnis ist auch noch keine überzeugende Flüchtlingspolitik.

Im Gegensatz zu vielen Parteien hat die CSU den Kontakt zur Basis noch nicht verloren. Und zur Wahrheit gehört, dass es selbstverständlich eine vernünftige Obergrenze bei der Integrationsfähigkeit gibt. Darüber muss geredet werden. Wenn es nicht anders geht, auch unter Inkaufnahme verbaler Kraftmeiereien. So war es doch auch bei der Forderung nach Deutschkursen, bei der offensiven Debatte um ein Grundwertebekenntnis und bei der Warnung vor einer gefährlichen Flucht in die Sozialsysteme. Diese Punkte gehören heute zum großkoalitionären Konsenspaket, obwohl (oder weil?) sie aus Kreuth stammten.

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