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Meinung Wachsamkeit
 statt Paranoia
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 statt Paranoia
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00:15 26.08.2015
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Ein zu allem entschlossener Mann, der mit schweren Waffen in einem Schnellzug um sich schießt, aus dem es kein Entkommen gibt – es ist kaum vorstellbar, wie fürchterlich das versuchte Attentat in einem Thalys-Schnellzug hätte ausgehen können. Verhindert wurde die blutige Tat nur durch den beeindruckenden Einsatz einiger mutiger Fahrgäste, die den Angreifer unschädlich machten. Sie hätten sonst zu seinen willkürlich gewählten Opfern zählen können. Alle hatten unfassbares Glück.

Die Ermittlungen der Polizei müssen nun so schnell wie möglich die Hintergründe und Motive klären: Wer ist der mutmaßliche Terrorist, handelte er allein oder in einem Auftrag, warum wählte er dieses Anschlagsziel? Wie lassen sich ähnliche Taten verhindern – wenn überhaupt? Wie sinnvoll und umsetzbar wäre es, den Zugang zu Zügen ähnlich strikt zu kontrollieren wie an Flughäfen? So wie einer der „Charlie Hebdo“-Attentäter führten die Behörden auch den jetzigen Angreifer auf der Liste „S“ für „Staatssicherheit“: Demnach fiel er wegen seiner radikal-islamischen Verbindungen auf – doch es fehlten Hinweise, die eine dauerhafte Überwachung rechtfertigten. Sie lässt sich unmöglich für alle potenziellen Attentäter gewährleisten. Denn es sind ohnehin schon viel zu viele.

Seit den islamistischen Anschlägen auf „Charlie Hebdo“ und einen jüdischen Supermarkt in Paris zu Jahresbeginn herrscht in Frankreich höchste Alarmbereitschaft. Von einem knappen Dutzend vereitelter Terrorattacken seither ist die Rede – aber wie viele wurden oder werden geplant? Längst erscheint die Gefahr permanent und unberechenbar. Und doch nutzen ständige Angst und Paranoia nichts. Vielmehr sind Wachsamkeit und im Zweifel auch Kaltblütigkeit gefragt – das zeigen die Ereignisse im Thalys-Schnellzug von Amsterdam nach Paris.

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