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Meinung Stromkonzerne RWE und Eon sortieren ihr Geschäft neu
Nachrichten Meinung Stromkonzerne RWE und Eon sortieren ihr Geschäft neu
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09:51 15.03.2018
Das größere Risiko liegt bei RWE. Quelle: dpa
Hannover

In der für die großen Stromkonzerne guten alten Zeit galten die Aktien von Eon und RWE als Witwen- und Waisenpapiere: Weil die Verbraucher ihren Versorger nicht wechseln konnten, waren ihnen hohe Gewinne sicher – das garantierte den Anteilseignern stabile Dividenden. Selbst, als die Monopole fielen und aus Abnehmern Kunden wurden, verdienten die Unternehmen noch gut – doch dann unterschätzten sie die Dynamik der Energiewende.

Während neue Konkurrenten die hohen Subventionen nutzten, um ihre Marktanteile stetig auszubauen, setzten insbesondere Eon und RWE auf eine Revision des einst von Rot-Grün beschlossenen Atomausstiegs und ihre alten abgeschriebenen Kohlekraftwerke. Auch ohne die Reaktor-Explosionen in Fukushima und die Panik-Abschaltungen der deutschen Meiler wären sie gescheitert – so ging es eben schneller. Die Kernspaltungen beider Konzerne vor zwei Jahren waren das Eingeständnis dieses Scheiterns. Eon gliederte seine Kohle-Dreckschleudern unter dem Namen Uniper aus und malte den Rest grün an, RWE machte es umgekehrt und entließ seine Ökostromsparte samt Netzen als Innogy in die Unabhängigkeit.

Viel gebracht hat das nicht – deshalb sortiert man sich jetzt neu: Aus Eon wird durch den Kauf von Innogy eine Art nationales Stadtwerk ohne eigene Erzeugung; RWE bekommt ein Sortiment aus Wind- und Solarparks und somit die Chance, mehr zu sein als nur eine Bad Bank für die Braunkohle. Das größere Risiko liegt bei RWE. Eon kann sich künftig auf stabile Renditen aus den Netzen stützen und muss sich um das Auf und Ab an der Strombörse nicht mehr kümmern. 

Von Jens Heitmann

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