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Meinung Syrien braucht 
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06:59 07.09.2015
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Noch gibt es nur ein paar neue Unterkünfte auf dem russischen Militärstützpunkt Latakia im Westen Syriens und die vage Einlassung Moskaus, die eigene Luftwaffe zur Unterstützung des Assad-Regimes einsetzen zu können. Das Engagement des Kremls hat gleichwohl die USA alarmiert, legt es doch die Wirkungslosigkeit des amerikanischen Engagements in Nahost offen. Seit Monaten fliegen die Vereinigten Staaten mit ihren arabischen Verbündeten Luftangriffe in Syrien, um einerseits die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) zu schwächen und andererseits den gemäßigten Gegnern des Diktators Baschar al-Assad strategische Vorteile zu verschaffen. Bisher mit nur geringem Erfolg. Der IS erleidet zwar hier und da punktuelle Verluste, hält aber seine Stellungen.

Da bleibt es das Geheimnis von Russlands Präsident Wladimir Putin, was russische Luftangriffe Besseres bewirken könnten. Es droht im Gegenteil ein unkoordinierter Luftkrieg über Syrien mit unabsehbaren Folgen für die Zivilbevölkerung, die bereits seit mehr als vier Jahren unter dem Schrecken eines grausam geführten Krieges leidet.

Dabei haben sich die politischen Vorstellungen in Washington und Moskau zur Zukunft Syriens sogar etwas angenähert. Die ursprüngliche, von Russland heftig kritisierte Maximalposition des Westens, vor Friedensgesprächen müsste erst Assad zurücktreten, ist mittlerweile zu den Akten gelegt. Angesichts unkontrolliert wütender IS-Terroristen erscheint der Diktator mittlerweile fast berechenbar. Damit kann ein Dialog zwischen den USA und Russland über die politische Zukunft des Bürgerkriegslandes geführt werden. Syrien benötigt mehr denn je eine vereinte diplomatische Offensive der Großmächte. Was die leidgeprüften Menschen dort nicht brauchen, ist ein neuer Bombenhagel aus russischen Kampfflugzeugen.

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