Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meinung Terror und Gelassenheit
Nachrichten Meinung Terror und Gelassenheit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 02.01.2016
Anzeige

Erst waren es die Weihnachtsmärkte, auf die Anschläge befürchtet wurden. Nun geht die Angst um, dass die Silvester-Partys ins Visier von Terroristen geraten sind. Man kann nur hoffen, dass sich auch diese Warnungen als falsch herausstellen werden. Gewissheit gibt es dafür nicht. Nicht heute Abend, nicht beim nächsten Fußballspiel und nicht beim nächsten Großkonzert. Mit dieser Bedrohungslage muss Deutschland leben. Die Anschläge von Paris haben gezeigt, dass es lediglich ein paar entschlossene Terroristen und einige Waffen braucht, um Dutzende Leben zu zerstören und eine Stadt nachhaltig zu traumatisieren.

Den Deutschen ist das sehr bewusst. Umfragen zufolge rechnet die Mehrheit der Bevölkerung sogar damit, dass der „Islamische Staat“ im neuen Jahr einen Anschlag in Deutschland verüben wird. Aus diesen Zahlen spricht nicht Angst und Panik, sondern vor allem eine erstaunliche Gelassenheit. Bisher jedenfalls hält die diffuse Erwartung eines Anschlages kaum jemanden davon ab, ins Stadion zu gehen oder an Tagen wie heute die Feiermeilen und Marktplätze der Republik zu besuchen. 

Das ist gut so. Terror ist ein perfides Spiel mit einer allgegenwärtigen Angst und entfaltet sich vor allem in den Köpfen. Furcht jedoch hilft genauso wenig wie der Ruf nach immer neuen Sicherheitsgesetzen. Auch der neuste Vorschlag der Polizeigewerkschaft, Bannmeilen für sogenannte Gefährder bei Großveranstaltungen einzurichten, ist zwar gut gemeint, aber gleichwohl unsinnig. Wer soll denn so ein Gefährder sein, dem man den Besuch von Großveranstaltungen verbietet? Wenn die Sicherheitsbehörden einen konkreten Verdacht gegen einen potenziellen Attentäter haben, können sie ihn schon heute festnehmen.

Wenn nicht, hilft nur Wachsamkeit. So funktioniert der Rechtsstaat. Auch in Zeiten des Terrors.     

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Erfolge nach den langen Verhandlungen im Atomstreit mit den Iran zeigen, dass geduldige Diplomatie am Ende eher zum Ziel führt als wüste Drohungen oder gar Gewalt. Barack Obama hat sich dort Verdienste erarbeitet. Nun gilt es, den Iran weiter ernst zu nehmen, wenn es gegen den IS geht. Ein Kommentar von Rüdiger Ditz.

01.01.2016

Das Wahlrecht ist immer komplizierter geworden: Die großen Parteien haben kein Interesse an einem transparenten, verständlichen und klar begrenzten Parlament. Es weiß niemand, wieviele Abgeordnete im Bundestag 2017 sitzen werden. Das ist nicht demokratisch, sondern absurd. Ein Kommentar von Dieter Wonka.

01.01.2016

Nach dem Willen der CSU sollen sich Flüchtlinge per Unterschrift zu einer Reihe von Werten und Gesetzen bekennen und an Integrationskursen verpflichtend teilnehmen, andernfalls drohen ihnen Leistungskürzungen. Integration klappt jedoch nicht unter Zwang. Eine Analyse von Marina Kormbaki.

Marina Kormbaki 01.01.2016
Anzeige