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Meinung VW ist nicht mehr 
Herr des Verfahrens
Nachrichten Meinung VW ist nicht mehr 
Herr des Verfahrens
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20:03 05.02.2016
Von Lars Ruzic
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Es ist eine verdammt knifflige Phase, in der sich Volkswagen derzeit befindet. Die Öffentlichkeit dringt auf Antworten in der Frage, wie weit das Kartell der Wissenden im Diesel-Skandal gereicht hat. Die Behörden – selbst als lasche Kontrolleure in Verruf geraten – fordern weltweit Rückrufe erster Klasse und gehen teilweise juristisch gegen den Autobauer vor. Gleichzeitig sinken vor allem bei der Kernmarke VW Pkw die Verkaufszahlen. Das wiederum macht Händler, Zulieferer und Dienstleister unruhig – und lässt sie bereits Investitionen zurückhalten. Spätestens an diesem Punkt wird die VW-Krise zum volkswirtschaftlichen Problem.

Das Schwierige dabei ist: Alles hängt mit allem zusammen. Und Deutschlands größter Konzern ist längst nicht mehr Herr des Verfahrens. Die Ermittlungen in Wolfsburg haben externe Juristen und die Braunschweiger Staatsanwälte übernommen. Wann es Klarheit gibt, bestimmen sie. Der Rückruf in den USA hängt an den dortigen Behörden. Und die sind bekanntlich – und verständlicherweise – gar nicht gut auf VW zu sprechen. Wie lange er dauern und was er kosten wird? Noch völlig offen. Ganz zu schweigen von den US-Bußgeldern und Zivilklagen. Die größte – und gefährlichste – Unbekannte ist der Kunde: Wie nachhaltig die „Diesel-Thematik“ Reputation und Absatz von VW schaden wird, wagt niemand abzuschätzen.

Die Verschiebung von Bilanzvorlage und Hauptversammlung sind an der Börse üblicherweise ein klares Anzeichen für dramatische Unternehmenskrisen. Meist stürzen die Aktien ins Bodenlose. VW zählte gestern jedoch zu den Spitzenreitern im Dax. Wahrscheinlich haben auch die Anleger verstanden, dass da jemand erst einmal Zeit gewinnen muss, bis er ihnen das volle Ausmaß des Skandals offenlegen und wieder das Heft des Handelns in die Hand nehmen kann.

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