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neue Wahrheiten
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neue Wahrheiten
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02:15 23.08.2015
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Allzu lange hat die Bundesregierung gehofft, das Flüchtlingsproblem einfach still und leise aussitzen zu können. Doch allein mit Appellen, die Menschen in Not hierzulande willkommen zu heißen, sind die riesigen Flüchtlingsströme nicht in den Griff zu bekommen. In den Städten wachsen Zeltstädte und Containerdörfer, die Kosten überfordern die Kommunen massiv. Weder die neuesten Prognosen von 800.000 Flüchtlingen in diesem Jahr noch die politische Weltlage geben Anlass zur Hoffnung, dass die Menschen aus Syrien, dem Irak oder Afghanistan in naher Zukunft wieder eine Heimat in ihrem Land finden.

Es war daher höchste Zeit, dass Innenminister Thomas de Maizière die neuen Realitäten anerkennt – und einige Wahrheiten ausspricht, die angesichts der in Teilen der Gesellschaft gereizten und angstbeladenen Stimmung als ungemütlich gelten dürften. Erstens: Viele der Menschen, die in diesen Monaten Deutschland erreicht haben, werden nicht so schnell wieder gehen. Die Lage in ihren Ländern lässt das schlicht nicht zu. Zweitens: Die Flüchtlingsfrage wird Deutschland nachhaltig verändern – so wie es auch vorangegangene Flüchtlingswellen getan haben. Drittens: Das kostet nicht nur viel Mühe und Toleranz, es kostet auch viel Geld.

Umso wichtiger ist es nun, nicht bei den bürokratischen und baulichen Herausforderungen des Flüchtlingsproblems zu verharren. Diejenigen Asylbewerber, die absehbar lange Zeit in Deutschland bleiben werden, brauchen eine Perspektive, die über Kasernenmauern hinausreicht. Sie brauchen Arbeit, sie müssen in die Gesellschaft aufgenommen werden. Das mag viel verlangt sein. Aber es ist der beste Weg, um neue jahrzehntelange Integrationsprobleme zu vermeiden. Auch das gehört zur Wahrheit über das Flüchtlingsproblem. Diesen gedanklich logischen Schritt muss die Politik noch gehen.

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