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Meinung Hoffnungsschimmer für Hannovers Betonklötze
Nachrichten Meinung Hoffnungsschimmer für Hannovers Betonklötze
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00:19 10.04.2018
Das Ihme-Zentrum in Hannover. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Wie oft schon hat man gehofft, gebangt – und wurde dann doch enttäuscht? Dass sich am Ihme-Zentrum etwas tut, dass es am Bredero-Hochhaus am Raschplatz vorangeht, dass das einstige Maritim-Grandhotel gegenüber dem Neuen Rathaus wieder ein Schmuckstück wird. Immer wieder haben sich sowohl Hasardeure wie auch ernsthafte Investoren versucht – und sind gescheitert. Im Moment aber kann man dies konstatieren: Es sieht ziemlich gut aus. 

Eltern kennen den Spruch: Kleine Kinder, kleine Probleme – große Kinder, große Probleme. Bei Immobilien ist es kaum anders. Die Megaprojekte, die heute in vielen Städten Schandflecke sind, gehören zum baukulturellen Erbe der Sechziger- und Siebzigerjahre, als der Fortschrittsglaube noch ungebrochen war und Investorenpläne gar nicht hochfliegend genug sein konnten. Oft setzte schnell Ernüchterung ein, mit den Jahren kam der Sanierungsstau hinzu. Je größer die Problemimmobilie, desto stärker strahlt die Vernachlässigung auf die Umgebung aus.

In der öffentlichen Debatte wird gerne und schnell nach drastischen Mitteln gerufen. „Alles abreißen!“, heißt es dann. Abgesehen davon, dass beim Ihme-Zentrum und Bredero-Turm Hunderte Wohnungseigentümer von der Kapitalvernichtung betroffen wären: Wer so etwas fordert, der übersieht, dass diese Immobilien trotz aller Probleme eigentlich zeitgemäß sind. Überall in Großstädten wird angesichts der Wohnungsknappheit von Verdichtung gesprochen, werden Häuser in Baulücken gestopft und Gebäude größer geplant. Der Platz ist eben nicht unendlich. 

Derzeit gibt es den Hoffnungsschimmer, dass der Großinvestor Intown sowohl beim Ihme-Zentrum wie auch am Maritim seine Hausaufgaben erledigt. Was heißen würde, dass die Strategie der Stadt aufgegangen wäre, den Druck hochzuhalten und mit dem Auszug aus dem Ihme-Zentrum zu drohen. Und auch beim Bredero-Hochhaus ist die Sanierung zum Greifen nahe – wenn auch jetzt wieder ein Eigentümer querschießt und den Umbau stoppen will. Unterm Strich aber war die Aussicht, dass es bei den drei Großimmobilien vorangeht, seit 15 Jahren nicht mehr so gut wie jetzt. 

Hannover hat ja durchaus schon Erfahrungen mit Revitalisierung. Wer erinnert sich noch an das zerklüftete Kröpcke-Center mit Betonfassade und riesigem Loch im Stadtplatz? Der Umbau war ein langes Gezerre mit Rückschlägen – aber am Ende hat es sich gelohnt für Hannover. Hoffentlich geht es bei den anderen Problemimmobilien ähnlich positiv zu Ende. 

Von Conrad von Meding

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