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21:55 19.05.2016
Von Lars Ruzic

Unlängst hat ein Fachmagazin die neuesten Ergebnisse einer regelmäßig stattfindenden Umfrage zum Ansehen von Automarken vorgelegt. Ergebnis: Bei nahezu allen Aspekten stand Volkswagen schlechter da als vorher. Wenn die Rede jedoch konkret auf die Modelle und deren Eigenschaften kam, waren die Befragten voll des Lobes. Mit anderen Worten: Der Kunde weiß sehr wohl zu unterscheiden zwischen Unternehmen und Produkt. Und wenn Letzteres gefällt, wird es eben gekauft – egal, wie sehr man sich über das Unternehmen geärgert hat.

Das ist vielleicht eine Erklärung dafür, warum der Absatz bei Volkswagen zwar schwächelt, aber nicht eingebrochen ist. Und warum sie in Hannover nun sogar Sonderschichten für ihren Bulli fahren müssen. Dem Stammwerk von VW Nutzfahrzeuge kommt dabei zugute, dass der europäische Automarkt derzeit in glänzender Verfassung ist. Denn den beliefert es in erster Linie. In Italien, Spanien oder anderswo ist „Dieselgate“ in den Köpfen der Kunden womöglich auch schon wieder weiter weg als anderswo.

Offensichtlich ist, dass die Produktionsplaner in Hannover vom Nachfrageplus selbst überrascht wurden. Noch im Eindruck des Skandals hatten sie für 2016 konservative Stückzahlen angelegt, zu Jahresbeginn sogar die Verträge von 375 Leiharbeitern auslaufen lassen. Die könnte man heute womöglich gut brauchen. Nur: Wer hätte das vorher ahnen können?

Vielleicht taugt die positive Entwicklung in Hannover ja auch als Signal in den Konzern: sich nicht ängstlich wegzuducken, sondern wieder nach vorn zu schauen. VW muss den Diesel-Skandal sorgfältig aufarbeiten. Aber fast noch wichtiger für die Jobs in Niedersachsen und anderswo ist, dass sich der Konzern für die Herausforderungen der Zukunft rüstet. Besser heute als morgen.

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