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Weshalb Feuerwehr und Rettungsdienste so wichtig sind

Unterm Strich Weshalb Feuerwehr und Rettungsdienste so wichtig sind

Ohne ehrenamtliche Helfer von Feuerwehr oder Rettungsdiensten ginge nichts. Umso wichtiger ist es, ihnen das Leben nicht noch schwerer zu machen, meint Felix Harbart.

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für die Politik
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Katharina und Michael Stolze aus Vahrenheide haben in dieser Woche etwas Erstaunliches getan. Nicht einmal zwei Wochen ist es her, dass ihr 20-jähriger Sohn Nico im Silbersee ertrank. Und bei allem, mit dem die Eltern und Nicos Freundin Alexandra nun zurechtkommen müssen, fanden sie noch Zeit und Kraft für einen Gedanken: Sie wollten sich bei den Helfern bedanken, die über Stunden versucht hatten, Nico zu retten. „Sie werden nie genannt“, sagte Katharina Stolze am Donnerstag beim Besuch in der HAZ-Redaktion. Und sie hat recht.

Den Helfern tut so eine Reaktion gut. Denn selbst in einem Fall wie diesem, der tragisch endete, war ihr Einsatz nicht umsonst. Die Familie zieht Trost aus der Gewissheit, dass qualifizierte, engagierte Menschen alles Mögliche getan haben, um ihren Sohn zu retten. Das bringt Nico nicht zurück. Aber es hilft ein bisschen. Zum Glück sind Menschen, die sich ehrenamtlich bei Feuerwehr, Rettungsdiensten, der DLRG oder dem Technischen Hilfswerk engagieren, meist nicht sehr eitel. Ansonsten würde es sie vielleicht über die Maßen ärgern, wie selten sich jemand bei ihnen bedankt. Die Lehrter Feuerwehr durfte sich im Januar ein bisschen feiern lassen, als sie für einen lebensrettenden Einsatz auf der Autobahn den sogenannten Feuerwehr-Oscar erhielt (samt Reise zu den Kollegen in New York). Ansonsten nimmt man es so hin, dass es diese Menschen gibt. Schlimmer noch: Manche Helfer müssen sich während der Einsätze sogar schon beschimpfen lassen.

Wie wenig selbstverständlich das nebenberufliche Engagement ist, zeigt sich bei der Nachwuchssuche etwa für die Freiwilligen Feuerwehren. Problematisch ist auch, dass immer weniger Arbeitgeber ihre Mitarbeiter für solch ein Amt freistellen wollen. Bei der Ehrung der Lehrter Brandschützer hat Hannovers Feuerwehrchef Claus Lange darauf hingewiesen. Dabei sind Leute, die sich derart engagieren, im Job oft die Besten. Der Feuerwehrchef betont das oft und weiß sehr gut, wie wichtig die ehrenamtlichen Kollegen aller Coleur sind. Ohne sie ließe sich etwa eine Bombenräumung wie die vom 7. Mai unmöglich realisieren.

Wenn es gut läuft, trägt eine gesunde Basis aus Feuerwehr und Hilfsdiensten einen ganzen Ort oder Stadtteil - auch, wenn kein Einsatz ansteht. Dann werden Osterfeuer ausgerichtet, Blutspenden organisiert und Martinszüge nach allen Regeln der deutschen Bürokratie fachmännisch abgesichert und begleitet. Wer will, dass all das geschieht und ihm im Ernstfall Retter zu Hilfe eilen, kann selber helfen: Er kann spenden, Angestellte freistellen - oder einfach mitmachen.

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