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Meinung Der Tag der 
vielen Arbeit
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vielen Arbeit
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00:15 02.05.2016
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Das Wunder geschieht immer am Monatsende: Aus Nürnberg werden Zahlen gemeldet, die ganz und gar nicht zu den düsteren Prognosen für den deutschen Arbeitsmarkt passen. Dunkle Wolken über den Unternehmen? Neue Belastungen durch Flüchtlinge? Die Berichte der Bundesagentur für Arbeit sagen etwas anderes aus: Die Zahl der Erwerbslosen sinkt, die Zahl der Jobs steigt. Die Erwerbslosenquote ist auf dem niedrigsten Stand seit 25 Jahren zum Start in den Mai.

Das kleine deutsche Jobwunder ist wertvoller denn je: Das Land muss fast eine Million Flüchtlinge integrieren. Dass die Gesellschaft diese Aufgabe vergleichsweise gelassen angeht, liegt nicht allein im moralischen Anspruch begründet. Vielmehr führt die entspannte Lage auf dem Arbeitsmarkt dazu, dass am Ende auch die Politik das Thema entspannter angehen kann als in den europäischen Nachbarländern. Vor allem in Osteuropa werden die Schutzsuchenden häufig als Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt und damit als Bedrohung wahrgenommen. In Deutschland sorgen vor allem die Wirtschaftsverbände für einen anderen Blick auf die Flüchtlingsströme: Sie hoffen, mit Einwanderern die demografischen Probleme auf dem Arbeitsmarkt zu lösen. Statt zu klagen, werben große Unternehmen in einer Kampagne „Wir zusammen“ schon fast rührig für Integration.

Die Aktion ist nicht ohne Eigennutz, sie führt aber zur Lösung des Problems: Integriert ist in der Regel derjenige, der Arbeit in seiner neuen Heimat findet. Appelle allein, das wissen die Beteiligten, reichen nicht. Die Flüchtlinge müssen schnell qualifiziert werden, sonst sieht die Arbeitslosenstatistik in einem halben Jahr nicht mehr so rosig aus. Dass in Deutschland der gleiche Mann die beiden Behörden für Flüchtlinge und für Arbeit leitet, könnte sich noch als sehr wertvoll erweisen.

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