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Meinung Was hilft gegen 
das Wasser?
Nachrichten Meinung Was hilft gegen 
das Wasser?
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02:15 31.07.2017
Von Hendrik Brandt
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So viel Heimatkunde gab’s lange nicht in Niedersachsen. Über Nacht ist der Pegelstand weithin unbekannter Flüsschen ebenso Tagesgespräch wie manch kleiner Ort am jeweiligen Ufer. Das in diesen Tagen der großen Regen-Flut oft gar nicht mehr zu erkennen ist, weil das Heimat-Bächlein zum wilden Strom mutiert ist. Und die Umgebung erst mit Dreckwasser überspült und dann nicht selten in Schlamm eingehüllt zurücklässt.

So etwas kommt vor, die Älteren erinnern sich gut. Aber mitten im Sommer? Nur, weil es geregnet hat? Ist das jetzt der Klimawandel oder einfach ein großes Sommer-Pech? Seriös kann das niemand sagen. Auch wenn es wahrscheinlicher wird, dass unser Wetter nun kurzfristig spiegelt, was sich bei unserem Klima langfristig ändert. Es ist im Grunde auch egal – denn die Situation ist da. Wir werden mit ihr umgehen müssen, manche Experten sagen sogar: öfter und entschlossener als bisher.

An der Hochwasserwelle, die gerade durch Niedersachsen rollt, ist zu sehen, wie schwer das werden kann. Wenn gewaltige Niederschlagsmengen etwa Elbe, Rhein oder Donau anschwellen lassen, ist das auch nicht ohne Risiko, aber mit modernem Flutschutz immer besser beherrschbar. Rund 100 Millionen Euro fließen bis 2027 jährlich in Schutzinvestitionen gegen das Wasser, zumeist und zu Recht an den großen Gefahrenpunkten. Bund und Länder wollen hier am Ende 5,4 Milliarden Euro verbaut haben. Dass sie dies endlich zusammen tun, und dabei auch Deiche zurückverlegen und den großen Flüssen mehr Raum geben, ist eine Lehre aus dem gewaltigen Binnen-Hochwasser von 2013. Aber was nützt das an Innerste und Espolde, an Rhume oder Haller? Oder an Hunderten Wasserläufen ähnlicher Größenordnung in der Republik, die bei gewaltigen Regenmengen überall zur Gefahr werden können? Niemand wird überall Sicherheit versprechen oder gar organisieren können.

Es hilft wohl nichts: Anwohner, Firmen, Bauherren und die Politik werden das jeweilige Flut-Risiko neu kalkulieren müssen. Mit mehr Abstand zum fließenden Wasser, mit vorausschauender Planung – und auch mit klugem Management im Fall der Fälle. Dazu kann auch einmal die Entscheidung gehören, nicht alles schützen zu wollen, sondern sich auf Wesentliches zu konzentrieren. Darauf vor allem, dass Menschen an keinem Ort und zu keinem Zeitpunkt zu Schaden kommen.

Das ist leichter gesagt als getan – und würde noch einfacher, wenn mancher Versicherer bei der Kalkulation dieser Elementarschäden fairer agieren und der Staat seine Soforthilfe im Ernstfall klarer regeln würde. Die Machtprobe mit der Natur gewinnen wir nicht. Aber wir können noch besser mit ihrer Gewalt umgehen.

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