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Meinung Südlink: Teurer Kompromiss für die Verbraucher
Nachrichten Meinung Südlink: Teurer Kompromiss für die Verbraucher
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00:22 05.07.2015
Von Jens Heitmann
Das Einmotten von Braunkohlemeilern, die höhere Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung sowie der Vorrang für die Erdverkabelung beim Bau neuer Stromautobahnen kosten Milliarden. Quelle: Symbolbild
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Für die Große Koalition hat der drohende „Grexit“ auch Vorteile: Weil alle Welt auf weitere Wendungen im Schuldenpoker zwischen Athen und der Euro-Gruppe wartet, können die Spitzen von Union und SPD im Kanzleramt abseits aller Kameras kurzerhand ihre Energiepolitik neu justieren. Herausgekommen ist dabei ein Kompromiss, der den Verbrauchern viel abverlangen wird: Das Einmotten von Braunkohlemeilern, die höhere Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung sowie der Vorrang für die Erdverkabelung beim Bau neuer Stromautobahnen kosten Milliarden.

Noch geht diese immense Belastung unter in der allgemeinen Begeisterung über die Verhinderung vermeintlicher „Monstertrassen“, die den Strom vom windreichen Norden in den Süden transportieren sollen. Vor allem Horst Seehofer hat diesen Widerstand forciert, angesichts der Proteste zahlreicher Bürgerinitiativen entlang der Strecken galt die Verlegung der Stromleitungen wie Südlink unter die Erde aber auch anderen Politikern schon länger als Königsweg – sie haben es nur nicht so laut gesagt. Stattdessen ließ sich der Populismus der Bayern in dem wohligen Bewusstsein beklagen, dass alles in die gewünschte Richtung läuft.

Die Befürworter der Erdverkabelung werden sich noch wundern. Ob der Widerstand gegen die Stromleitungen tatsächlich abnimmt, wenn sie unter die Erde verlegt werden, bleibt abzuwarten – auch an diesen Trassen gibt es Anlieger. Zudem dürfte immer mehr Verbrauchern auffallen, dass sie alle über ihre Stromrechnung den höheren Wohnwert einer vergleichsweise kleinen Gruppe von Masten-Verhinderern sponsern. Für diesen Milliardenaufwand bekommen sie eine Technologie, die – vorsichtig formuliert – noch nicht ausgereift ist. Aber bis das auffällt, sind die Spitzen der Koalition nicht mehr im Amt.

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