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19:17 05.06.2017
Von Hendrik Brandt
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Ein Satz steht für dieses seltsame Pfingstwochenende: „Genug ist genug“. Die britische Premierministerin hat ihn gesagt, am Morgen nach dem jüngsten terroristischen Mordexzess in London. Der Satz klingt markig und klar, er weist über die sich abnutzende „Jetzt-erst-recht“-Rhetorik nach Anschlägen hinaus. Und doch ist er erstmal nicht viel mehr als der Versuch einer Wahlkämpferin, die Lage dem Anschein nach im Griff zu behalten.

Das reicht nicht. Denn es hat sich etwas verändert in diesen Tagen. Nicht nur in Großbritannien. Obwohl Nachrichten an Feiertagen oft durch einen persönlichen Freizeit-Filter laufen, wird immer mehr Menschen klar: Die islamistischen Mörder sind endgültig unter uns. Sie lassen sich schwer erkennen, noch schwerer fassen und sind gegen die Strafen des Rechtsstaats immun. Es kann jeden treffen. Mit den Mördern sickert jetzt endgültig die Angst in den Alltag ein, allen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz. Die Saat des Killers von Manchester etwa ist in den vergangenen Tagen gleich doppelt aufgegangen – dort, wo es darum ging „unser Leben weiterzuleben“ wie es nach Anschlägen so gern heißt: beim Fußballfest in Turin und beim Musikfestival am Nürburgring. Dort gab es keine Attentate, doch schon ein Verdacht, schon ein Knall reichte aus, um Zehntausende Menschen zu verunsichern oder gar wie in Turin in helle Panik zu versetzen. Das ist es, was die Islamisten wollen.

Theresa May hat ja recht: Es reicht. Mit den Morden in Europa, mit den IS-Anschlägen fast überall in der Welt. Mit der Drohung totalitärer Wirrköpfe, die sich auf eine Religion berufen, von der sie nichts verstehen. Nur: Was heißt das jetzt? Was würde eine härtere Gangart Europas gegen den IS bedeuten – für unseren Alltag, unsere Freiheitsrechte im Internet wie im echten Leben? Stehen bald überall Polizisten, ist die Netznutzung künftig für jede Behörde öffentlich? Ziehen unsere Soldaten noch häufiger in den Krieg? Wenn ja, wo und gegen wen genau? Und hilft das alles überhaupt? Wer etwas ändern will im Kampf gegen den Terror, muss diese und viele weitere Punkte klären. Jetzt.

Alle Erfahrung mit Terroristen zeigt, dass neben eindeutiger Haltung und entschlossenem Handeln immer die Frage steht, was die Bewegung treibt und erhält. Bei den Islamisten gibt es hierauf mehrere Antworten: die politische und wirtschaftliche Lage im Nahen und Mittleren Osten, die
 innerreligiös viel zu häufig geduldete Pervertierung des Islam, Allmachtsfantasien sowie schlichte Geld- und Geltungsgier der Führer. Mit Reden oder mit Bomben allein wird man hier nicht zum Ziel kommen, die Antworten sind anspruchsvoller. Ein stolzes „Genug ist genug“ mag über ein mehr oder minder langes Wochenende helfen. Ein Konzept gegen die Angst muss länger tragen.

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