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Meinung Gibt's jetzt Ruhe beim Kabel?
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00:15 02.10.2016
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Bürgerinitiativen haben in der Regel keine Scheu, sich in neue Fragestellungen und unbekannte Themen einzuarbeiten. Das gehört im Grunde zu ihren Kernkompetenzen. Viele Bürger in Niedersachsen aber, die gegen die Monstermasten von Südlink protestiert haben, müssen sich jetzt einer Frage stellen, die für Protestgruppen Seltenheitswert hat: „Wir haben gewonnen – und jetzt?“

Das Erdkabel ist von vielen gefordert und jetzt von allen Parteien begrüßt worden. Doch es wäre wohl naiv zu glauben, dass mit der Beerdigung des Kabels auch alle Probleme und Proteste zu Grabe getragen werden. Wer etwa von der Energiewende nichts hält, weil er den Ausstieg aus Kohle und Atom für Wahnsinn hält, der sieht auch keine Notwendigkeit für eine Stromtrasse – egal ob unter- oder oberirdisch. Doch das ist nach wie vor eine Minderheit. Die meisten Menschen in Deutschland sehen zu Recht die Chancen, die in der Energiewende stecken – für Umwelt und Klima, aber auch für den Technologiestandort Deutschland.

Dennoch: Es ist verständlich, dass diejenigen wieder nicht begeistert sein werden, bei denen solch ein Erdkabel vor dem eigenen Haus gelegt werden soll. Selbst wenn sie die Energiewende für richtig und eine Stromautobahn vom Norden in den Süden Deutschlands grundsätzlich für notwendig halten mögen. Denn es kann manchen Bürger das Gefühl beschleichen, dass ihm selbst mit diesem Kabel eine Last zugemutet wird, die fast alle anderen nicht schultern müssen. Von dieser Situation werden in der Region Hannover und in Niedersachsen eine ganze Reihe Menschen betroffen sein. Doch ein harscher Protest wie bei der Freileitungsplanung wäre kaum zu erklären, denn es gelten nun andere Vorzeichen: Das Erdkabel ist deutlich teurer als die Freileitung, und die Rechnung wird auf alle Stromkunden umgelegt. Das bedeutet, dass allen Menschen eine höhere Rechnung zugemutet wird, damit die wenigen Anwohner des Kabels nicht mit Masten leben müssen.

Dieser Situation müssen sich die Anwohner bewusst sein. Das heißt, dass sie natürlich gefragt sind, die Planungen wachsam zu begleiten, auf Missstände und Probleme hinzuweisen und auch Protest einzulegen, wenn es nötig ist. Aber ihnen muss auch klar sein, dass sie nicht mit Verständnis der breiten Öffentlichkeit rechnen können, wenn sie schon bei kleinen Veränderungen und Zumutungen wieder in Totalopposition verfallen. Beim Protest gegen die Y-Trasse hat das übrigens geklappt: Um den Neubau der Bahnstrecke zu verhindern, haben mehrere Landkreise in Niedersachsen einem Ausbau der in ihren Grenzen verlaufenden Bahnstrecken und damit einer Mehrbelastung zugestimmt – weil sie erkannten, dass es die für alle beste Lösung ist. Dieses Verantwortungsbewusstsein der Bürger ist jetzt wieder gefragt.     

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