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Handwerk ist oft nur dritte Wahl

Lieber Büro oder Studium Handwerk ist oft nur dritte Wahl

Wer als Jugendlicher passabel Deutsch spricht und die Grundrechenarten einigermaßen beherrscht, hat bei der Berufsausbildung die freie Auswahl: Dennoch ist das Image von Handwerksberufen nicht sonderlich gut. Ein Kommentar von Jens Heitmann.

Wegen der sinkenden Geburtenraten übersteigt das Angebot an Lehrstellen die Nachfrage in den meisten Branchen deutlich.Das zeigt sich vor allem in jenen Berufen, deren Image noch nie sonderlich gut war. Das Handwerk tut sich da besonders schwer – im Vergleich zu einem Studium oder einem behaglichen Bürojob ist es oft nur dritte Wahl.

Dass das auch mit dem Erscheinungsbild und dem Führungsstil mancher Betriebe zu tun haben könnte, dämmert inzwischen den Kammern. Es kann daher nicht falsch sein, wenn sich Meister und Gesellen künftig um eine neue Tonlage bemühen sollen, verordnen lässt sich so ein Sinneswandel leider nicht. Die angemahnte „Willkommenskultur“ dürfte für viele eine harte Prüfung sein – mit entsprechenden Abbrecherquoten.

Gelingt das Experiment, sollte das Handwerk aus eigener Kraft genügend Auszubildende anlocken können. Wer sich heute für eine Berufsfachschule entscheidet, verzichtet damit auf das Geld, das ein Lehrmeister zahlen würde. Deutlicher können die Jugendlichen nicht zeigen, wie gering sie die traditionellen Gewerke schätzen.

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