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Meinung Ein Boom mit Hemmnissen
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19:49 16.05.2018
Die Bauindustrie in Niedersachsen kann sich über anhaltendes Wachstum freuen. Symbilbild. Quelle: dpa
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 Niedersachsen

Der Bauindustrie geht es gut. Für diese Erkenntnis braucht es keine Statistik, es genügt oft ein Blick aus dem Fenster oder ein Spaziergang durch die Stadt. An vielen Stellen stehen Kräne, an vielen Häusern wird fleißig gewerkelt. Der neueste Bericht der Branche zeigt, dass sich das Wachstumstempo sogar noch erhöht hat. Vor allem der Wohnungsbau ist mächtig in Gang gekommen. Allerdings bleiben die Fertigstellungszahlen weit von den Zielen der Regierung entfernt – und die Gründe dafür sind nicht schwer zu finden. Einer davon ist der Mangel an Kapazitäten. 

Vor allem fehlt es an qualifiziertem Personal. Zwar beteuert die Bauindustrie, dass sie durchaus in der Lage sei, die Kapazitäten noch auszuweiten – wenn die Politik mitspiele und die „Rahmenbedingungen“ baufreundlich gestalte. Aber selbst wenn die Baunternehmen tatsächlich noch mehr Rohbauten errichten können, dürfte das wenig helfen. Schließlich ist die Personalmisere in baunahen Handwerksbetrieben oft noch viel drückender. Ohne die Arbeit eines Elektrikers oder Heizungsbauers wird ein Haus nun mal nicht bewohnbar. 

An diesem Hemmnis für den Wohnungsbau lässt sich so leicht nichts ändern. Ähnlich  sieht es bei einem anderen  Problem aus – dem Mangel an bezahlbarem Bauland. In manchen Städten hat der durchschnittliche Quadratmeterpreis  die 1000-Euro-Marke schon deutlich überschritten. Deshalb sollte die Bauland-Frage auf der Themenliste der Wohnungsbaupolitik weit oben stehen. Eine Antwort darauf ist wichtiger als das neue Baukindergeld, mit dem die Bundesregierung noch mehr Geld in die ohnehin am Anschlag operierende Branche pumpen will. 

Von Albrecht Scheuermann

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