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Meinung Hilfe für Griechen in Not
Nachrichten Meinung Hilfe für Griechen in Not
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02:15 10.07.2015
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Seit 34 Jahren ist Griechenland Teil der Europäischen Union. Und jetzt muss in einer Hauruck-Aktion ein humanitärer Notfallplan auf die Beine gestellt werden? Seriöse EU-Politiker schlagen Alarm, als ob man es mitten in der EU mit einem bettelarmen Entwicklungsland zu tun habe.

Viele im deutschen Publikum fragen sich jetzt: Was ist da los? Wird da nach dem griechischen Referendum öffentlichkeitswirksam eine Krise inszeniert? Oder ist es tatsächlich so schlimm – und wir alle haben es nicht gewusst oder allzu lange daran vorbeigesehen?

Tatsache ist: Die griechischen Krankenhäuser stehen vor dem Kollaps, weil ihnen die Medikamente ausgehen. Hilfsorganisationen schildern beängstigende Notfälle. Weit über drei Millionen Griechen können sich keine Krankenversicherung mehr leisten. Die Not trifft Arme, Obdachlose, Flüchtlinge, Suchtkranke. Helfer berichten von zunehmenden fremdenfeindlichen Übergriffen auf Migranten, weil auch in Griechenland Sündenböcke gesucht werden. Die deutsche Bundeskanzlerin warnt in kleinen Runden bereits vor bürgerkriegsähnlichen Zuständen.

Griechenland steht trotzdem, auch das ist wahr, um Klassen besser da als die Staaten, die die Vereinten Nationen als Entwicklungsländer einstufen. Es ist also alles relativ in dieser Welt. Natürlich.
Aber im Berliner Auswärtigen Amt liegen die Pläne für eine akute Nothilfe fertig in den Schubladen, deutsche Hilfsorganisationen warten auf das amtliche Eingeständnis der EU-Politiker, dass ihnen die Verhältnisse in Griechenland entglitten sind.

Mitten in der Krise könnte es also noch zu einem ungeahnten Zusammenrücken kommen. Wer das nicht für möglich hält, schätzt die Europäische Union falsch ein. Eine Gemeinschaft eiskalter Zyniker ist sie nicht.

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