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Meinung Ein Rätsel 
namens Trump
Nachrichten Meinung Ein Rätsel 
namens Trump
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02:15 09.03.2016
Von Stefan Koch
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Amerikas Konservative stehen vor einem Rätsel. Bei den parteiinternen Vorwahlen am Wochenende gewann Donald Trump zwei weitere Bundesstaaten hinzu, obwohl eigentlich alles gegen ihn spricht. Der Immobilienmogul hatte bei dem jüngsten TV-Duell eine äußerst schlechte Figur abgegeben, immer mehr Ungereimtheiten aus seinem Geschäftsleben kommen an die Oberfläche, und unzählige Republikaner, die als einflussreich gelten, sprechen sich lautstark gegen ihn aus. Ist der Reality-TV-Star auf dem besten Weg, die US-Politik in ein schlechtes Unterhaltungsprogramm zu verwandeln und die traditionsreichste Demokratie zu beschädigen?

Glücklicherweise ist es noch lange nicht soweit. Ganz gleich, welche Kapriolen Trump noch schlagen mag – seine Chancen im Rennen um das Weiße Haus stehen schlecht. Mehr noch: Der Demagoge mag einen Teil der Wählerschaft mit seinen wüsten Tönen ansprechen, einen viel größeren Teil der Amerikaner bringt er damit empört gegen sich auf. Hillary Clinton dürfte sich insgeheim über die Mobilisierungskräfte freuen, die ihr Gegner freisetzt. Ihre Kampagne, die bisher nicht so recht zündete, gewinnt einen ganz neuen Sinn: „Niemals Trump“ – mit diesem Schlachtruf dürfte sie ihren Vorsprung weiter ausbauen.

Dennoch kommt der Erfolg des Schaumschlägers einem politischen Erdbeben gleich. Die USA stecken nicht in einer Krise, sehr wohl aber die „Grand Old Party“. Die Republikaner, die im Kongress und in den meisten Bundesstaaten die Mehrheiten stellen, müssen sich fragen lassen, warum es in ihren Reihen eine große Gruppe gibt, die sich so wenig von ihrer Politik vertreten fühlt. Als Volksvertreter ist Trump völlig inakzeptabel, aber er gibt Menschen eine Stimme, die bisher frustriert abseits standen.

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