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Meinung Nur ein 
Strohfeuer
Nachrichten Meinung Nur ein 
Strohfeuer
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02:15 24.03.2016
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Jetzt ist es offiziell: Die Renten werden dieses Jahr kräftig steigen. Vier bis fünf Prozent waren erwartet worden, das Arbeitsministerium verkündete jedoch Montag noch bessere Nachrichten: Plus 4,25 Prozent im Westen, satte 5,95 Prozent im Osten. Darüber können sich 20 Millionen Rentner tüchtig freuen.

Allerdings nicht besonders lange. Denn die fette Erhöhung ist nur ein Strohfeuer. Sie ist zu einem guten Teil ohnehin nur einem statistischen Sondereffekt bei der Berechnung der Rente zu verdanken – und nicht allein der hohen Beschäftigungsquote.

Sicher ist, dass das Rentenniveau Schritt für Schritt sinken wird. Der Durchschnittsrentner wird 2030 ein Altersgeld erhalten, das bestenfalls knapp über 40 Prozent des Durchschnittseinkommens liegen wird. Das ist jedoch nur ein statistischer Wert, im Einzelfall müssen viele Menschen damit rechnen, dass sie nach ihrem Berufsleben mit nur noch einem Drittel ihres zuletzt verdienten Gehalts auskommen müssen. Altersarmut wird dann zur konkreten Gefahr – vor allem im Osten, wo man weniger Privatvermögen und Immobilienbesitz hat als im Westen. Und in allen Teilen Deutschlands sollten sich Frauen besonders viele Gedanken um ihre Rente machen.

Zu den schlechten Nachrichten gehört auch, dass es um die private Altersvorsorge nicht gut bestellt ist. Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank macht Versicherungen und Tagesgeldkonten oft sogar zum Verlustgeschäft. Wer Geld übrig hat, kann sich eine Immobilie kaufen oder an der Börse spekulieren.

Die Rente ist vermutlich das wichtigste sozialpolitische Thema der nächsten Jahre. Am Ende wird es nur eine Rettung geben: Das Rentensystem muss von Ballast befreit und mit Steuergeld refinanziert werden. Kräftig steigende Renten wird es aber auch dann kaum noch geben.

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