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22:02 26.06.2015
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Der 26. Juni 2015 wird als besonders blutiger Freitag in die Geschichte eingehen. Und als Tag, der die Deutschen daran erinnert, dass es neben Poststreik, Kitastreik und Streit um Stromtrassen noch ein weit gewichtigeres Problem in der Welt gibt.

Der Terror ist keine abstrakte Gefahr, vor der Experten oder Politiker gern warnen. Der Terror ist eine konkrete Bedrohung. Er kann jeden treffen, an jedem Tag. Das haben die Terroristen an diesem so blutigen Freitag mit aller Macht demonstriert - fast rund um die Welt.

Die Anschläge in Frankreich, Tunesien und Kuwait sind zu unterschiedlich, um auf Anhieb klare Parallelen ziehen zu können. Sie folgen keinem einheitlichen politischen Muster - und stehen wohl auch nicht direkt miteinander in Verbindung. Und doch entfalten sie gemeinsam die gleiche, lähmende Wirkung.

Frankreich hatte sich gerade vom Schock der Anschläge auf Charlie Hebdo vom Januar erholt. Eine Nation, die der Terrorgefahr so selbstbewusst entgegengetreten ist, wird nun von einem besonders widerwärtigen Anschlag getroffen. Gerade wurden noch einmal die Überwachungsgesetze in Frankreich verschärft, Verteidiger der Bürgerrechte werden es in der Debatte jetzt noch schwerer haben.

Auf Tunesien ruhten, nach vielen Enttäuschungen in anderen Staaten seit dem Arabischen Frühling, große Hoffnungen. Sie sind nun erneut erschüttert worden. Terrorismus lähmt den Tourismus: Wenn den Tunesiern das Geschäft mit den Fremden wegbricht, drohen einem weiteren Land im Nahen Osten politische Instabilität und schließlich das Chaos. Aber was heißt in dieser Region schon „stabil“? Auch Kuwait - und damit die reiche Golfregion - wird jetzt Schauplatz eines blutigen Anschlags. Auch Geld hilft am Ende nicht gegen den Terror.

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