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Lange Wochen in der Defensive

Kommentar Lange Wochen in der Defensive

Es hatte schon seinen Grund, dass Volkswagen die Werksferien über Weihnachten und Neujahr so stark ausgedehnt hat. Ein Absatzminus von 8 Prozent bei der Kernmarke im Dezember lässt die Vorsicht wachsen, nicht auf Halde zu produzieren. Ein Kommentar von Lars Ruzic.

Wenn die Beschäftigten in Wolfsburg und anderswo am Montag nach dreieinhalb Wochen Zwangspause ins Werk zurückkehren, bricht auch für ihren obersten Chef Matthias Müller eine Woche der Wahrheit an. Erst auf der Automesse in Detroit, schließlich bei der Chefin der amerikanischen Umweltbehörde EPA, die den Wolfsburgern – wie auch die Staatsanwaltschaft – schon lange auf den Füßen steht.

Nirgendwo ist es für Volkswagen so schwer, aus der Defensive zu kommen, wie in den Vereinigten Staaten. Dort nahm der Skandal seinen Ausgang. Dort ist die Nachrüstung der Autos besonders aufwendig, weshalb die Problemlösung wesentlich mehr Zeit in Anspruch nimmt als in Europa. Dort sind die Behörden besonders verärgert, weil der Konzern sie schon über ein Jahr hinhält. Und dort drohen die drakonischsten Strafen und Sammelklagen. Obwohl die Autos in den USA nur 5 Prozent des weltweiten VW-Rückrufs ausmachen, bestimmen sie die Schlagzeilen. Und je länger sie dies tun, desto mehr Rückwirkungen wird das auf andere Märkte haben. Die Zeit drängt.

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