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Meinung Ein Zukunftspakt für Niedersachsen
Nachrichten Meinung Ein Zukunftspakt für Niedersachsen
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02:15 21.11.2016
Von Lars Ruzic
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Von Wohl und Wehe eines Großkonzerns abhängig zu sein bedeutet für ein Land und seine Menschen Fluch und Segen zugleich. Niemand weiß das besser als die Niedersachsen. Und wenn nicht, dann werden sie es in den nächsten Jahren zu spüren bekommen, im Schlechten wie im Guten. Der Volkswagen-Konzern wird mit dem Zukunftspakt auf links gedreht – und mit ihm ein ganzes Bundesland.

In der kommenden Dekade wird der größte private Arbeitgeber des Landes eine fünfstellige Zahl Beschäftigte weniger haben. Er wird sich von einigen Produktbereichen komplett trennen und andere nach und nach herunterfahren müssen, weil sie mit den Jahren immer weniger gebraucht werden. Die Zukunft des Autos – digital vernetzt und elektrisch – bedeutet zuallererst: weniger Teile, weniger Beschäftigung.

Das wird man spüren. Am wenigsten in der Kernmannschaft, denn die wird sozialverträglich abgebaut. Aber an den Standorten, denen Steuereinnahmen und Kaufkraft verloren gehen. Und bei den Zulieferern und Dienstleistern, die sich mit dem Konzern wandeln müssen, wenn sie mit ihm im Geschäft bleiben wollen. Das Risiko für das Land und seine Volkswirtschaft ist nicht zu unterschätzen.

Doch das ist nur die eine Seite der Medaille. Oder, wenn man will, die kurzfristige Sicht der Dinge. Mittel- und langfristig sendet der Zukunftspakt ein starkes Signal des Aufbruchs. Volkswagen will Elektromobilität von Niedersachsen aus zum Massengeschäft machen – mit einem E-Auto aus Wolfsburg, mit Batteriesystemen aus Braunschweig und mit Batteriezellen aus Salzgitter. Im derzeitigen Motorenwerk starten sie erst einmal mit einer Pilotanlage. Aber wenn VW Zellen im großen Stil wirtschaftlich fertigen kann – was heute in der Branche insgesamt noch unklar ist –, dann wird das in Salzgitter geschehen.

Wolfsburg wird im Konzern das Zentrum für Digitalisierung, Software und IT. Tausende Jobs will der Konzern in diesem Bereich allein in den kommenden vier Jahren schaffen – vor allem in der niedersächsischen Tiefebene, nicht nur in Berlin oder im Silicon Valley. Allein diese Botschaft kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Das Land der Autoschrauber und Rübenernter hat mit Volkswagen als Magnet die Chance, seinen eigenen Strukturwandel voranzutreiben. Dazu ist ein Ausbau wissenschaftlichen Know-hows und der Nachwuchsförderung ebenso dringend notwendig wie der von Funknetzen der neuesten Generation.

Die Landesregierung scheint das erkannt zu haben. Denn sie will das ihr Mögliche beitragen, um den Wandel zu unterstützen. Sollten Konzern und Land Erfolg haben, dann wurde jetzt nicht nur ein Zukunftspakt für VW geschlossen, sondern für ganz Niedersachsen.

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