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Spenden hilft auch den Spendern

Leitartikel zum Thema Hilfsbereitschaft Spenden hilft auch den Spendern

Bewusst zu spenden heißt auch zu fragen, wo Hilfe am dringendsten gebraucht wird. Für den eigenen Nutzen aber muss sich niemand schämen. Das Spenden hilft immer auch dem Spender selbst. Alles andere wäre weltfremd. Die Hauptsache ist: Man tut es. Ein Kommentar von Thorsten Fuchs.

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"Der Spendenfluss folgt den Moden der Zeit. Naturschutz etwa hat gerade schlechte Karten."

Quelle: dpa

Was bewegt einen Menschen, einen Großteil seines Vermögens zu verschenken? Pure Nächstenliebe? Als der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg in dieser Woche ankündigte, 99 Prozent seiner Facebook-Anteile in eine Wohltätigkeitsorganisation zu stecken, hatte er nicht allein mittellose Einwandererfamilien in den Armutsquartieren amerikanischer Großstädte vor Augen. Zuckerberg schaute auch auf seine Familie – und auf sich selbst: Wie stehe ich da, vor anderen in meiner Umgebung und vor mir selbst? Der großzügige Spender denkt also am Ende auch an sich. Na und?

Es wäre Selbstbetrug anzunehmen, wir seien beim Ausfüllen des Überweisungsträgers von reinster Empathie für die geschundenen Seelen dieser Welt erfüllt. Wer ehrlich ist, wird sich noch andere Motive eingestehen. Natürlich beruhigt es auch das Gewissen, vor dem Adventsshopping noch die Spende an Hungernde auf den Weg zu bringen. Es ist auch ein Mittel gegen die Ohnmacht, mit einer Gabe für die Flüchtlinge aus Syrien wenigstens ein bisschen ins Weltgeschehen einzugreifen. So mancher hat auch einen Seitenblick darauf, im Frühjahr etwas mehr vom Finanzamt zurückzubekommen. Was zählt, ist die Hilfe.

Die Deutschen beherzigen dies wie nie zuvor. Stolze 3,4 Milliarden Euro haben sie in diesem Jahr allein bis September gespendet. Jahr um Jahr verzeichnet der Deutsche Spendenrat neue Rekorde. Das ist ein deutliches Zeichen, dass vielen von uns das Leid nicht gleichgültig ist. Besonders haben die Deutschen in diesem Jahr auch die Helfer in der Flüchtlingskrise bedacht. Ja, es gab die Irren, die in diesem Jahr Steine auf Rot-Kreuz-Helfer warfen. Aber es gab neben unfassbar viel praktischer Hilfe auch eine stille Abstimmung mit dem Zahlschein. Sie zeugt von großer Solidarität.

Wenn das System der Hilfen allein von guten Gaben abhängig wird, liegt darin auch eine Gefahr. Der Spendenfluss folgt den Moden der Zeit. Naturschutz etwa hat gerade schlechte Karten. Bewusst zu spenden heißt auch zu fragen, wo Hilfe am dringendsten gebraucht wird. Für den eigenen Nutzen aber muss sich niemand schämen. Das Spenden hilft immer auch dem Spender selbst. Alles andere wäre weltfremd. Die Hauptsache ist: Man tut es. Es müssen ja nicht 99 Prozent des Vermögens sein.

HAZ-Weihnachtshilfe

Seit 1975 helfen HAZ-Leser, Unternehmen, Vereine und Organisationen Menschen in Not vor Ort. Die HAZ-Weihnachtshilfe  ist die größte Spendenaktion in der Region Hannover. Sie ist für alle Menschen da, die hier in der Region Hannover Unterstützung brauchen. Daher hilft sie natürlich auch den Flüchtlingen, die zu uns kommen – ohne die übrigen Bedürftigen dabei zu vernachlässigen. Wir achten sorgfältig darauf, dass das Spendengeld nach Notwendigkeit vergeben wird. Je mehr Menschen mitmachen, desto häufiger kann die Weihnachtshilfe aktiv werden. Das Konto ist offen – wir freuen uns auf Ihre Spende! Sie ist nur ein paar Klicks entfernt …

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