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02:15 14.01.2016
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Vor elf Jahren ging ein Ruck durch die Hochschullandschaft: Mit der Exzellenzinitiative startete ein harter Wettbewerb um Fördergelder von Bund und Ländern. 4,6 Milliarden Euro sind seither ausgeschüttet worden. Jede Uni, Hochschule oder außeruniversitäre Forschungsstätte wollte profitieren - und erstaunlich viele konnten Millionen für die Wissenschaft einsacken.

Es ist daher kein Wunder, dass die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die über die Verteilung des Geldes mit entscheidet, ein positives Fazit des Projektes zieht. Von der ursprünglichen Idee, Leuchttürme deutscher Spitzenforschung zu schaffen, ist allerdings nicht viel übrig geblieben. Der Regionalproporz hat dafür gesorgt, dass es bundesweit inzwischen elf Elite-Unis sowie diverse Graduiertenschulen und Forschungsverbünde gibt, damit das Geld möglichst gleichmäßig verteilt werden konnte.

Das ist jedoch kein Fehler im föderalen System, sondern eine richtige Korrektur: Der Forschung ist mehr damit gedient, wenn die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und außeruniversitären Einrichtungen gefördert wird, als wenn in schnöder Regelmäßigkeit zwei oder drei Universitäten abgefeiert werden, die allein wegen ihrer Größe praktisch konkurrenzlos sind. Mit der geänderten Praxis kann jetzt auch ein kleiner Fachbereich, der weltweit Spitze ist, exzellent unterstützt werden.

Die Exzellenzinitiative wird bis 2027 fortgesetzt, gestritten wird allerdings um die Modalitäten. Mehr wissenschaftliche Qualität, weniger politische Einflussnahme sind ebenso wichtig wie die Prüfung der Frage, wie viele Millionen in Bürokratie und Verwaltung versickern. Und auch die Länder bleiben in der Verantwortung, mehr Geld für Forschung und Lehre auszugeben. Die Wissenschaft profitiert am ehesten, wenn sowohl gezielt als auch in der Breite gefördert wird. Ein deutsches Harvard braucht es nicht.

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