Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meinung Sind die vereinten Nationen 
noch vereint?
Nachrichten Meinung Sind die vereinten Nationen 
noch vereint?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:18 22.09.2016
Anzeige
New York

Mit zwiespältigen Gefühlen verabschieden sich die Staats- und Regierungschefs von der Vollversammlung der Vereinten Nationen. Nach der milliardenschweren Kernsanierung des Gebäudes in Manhattan diskutieren die Politiker zwar in modernsten Konferenzsälen. Aber sie ahnen, dass eine zweite Umbauphase bevorsteht: So, wie die Völkergemeinschaft zurzeit arbeitet, kann es auf Dauer nicht weitergehen.
Ein Blick auf die gegenwärtigen Krisen zeigt, wie wenig die UN ihrem eigenen Anspruch gerecht werden. Ganz gleich, ob es um die Übergriffe Russlands auf die Ukraine, das Drama in Syrien oder das ominöse Atomforschungsprogramm im Iran geht: Die Weltgemeinschaft ist offenbar nicht mehr gefragt, wenn über Krieg und Frieden entschieden wird. Die relevanten Verhandlungen finden im Normandie-Format, in der Gruppe „Fünf plus Eins“ oder im direkten Gespräch zwischen den USA und Russland statt. Haben es die Mächtigen dieser Welt aufgegeben, im Ernstfall in New York Lösungen auszuhandeln? Ist es sinnvoller, gleich im Weißen Haus oder im Kreml anzurufen?

Noch haben nicht alle Staaten den Glauben an den schwerfälligen Apparat verloren. Außenminister Frank-Walter Steinmeier müht sich diese Woche redlich, die Diplomatie wieder an den Platz zurückzubringen, wo sie am besten aufgehoben ist – in den Kreis der Vereinten Nationen. Allerdings ist ihm auch bewusst, dass die Vetomächte Amerika, China und Russland alle Initiativen abschmettern, die nicht ihren Interessen entsprechen. Eine unheilvolle Entwicklung bahnt sich an, da aktuelle Konflikte wie der Streit um das Südchinesische Meer gefährliches Potenzial bergen.

Das Dilemma: Die UN können sich sicherheitspolitisch nur in dem Rahmen bewegen, den ihnen die Mitgliedsstaaten zubilligen. Auf anderen Feldern allerdings hat sich die Weltorganisation unentbehrlich gemacht. In den Flüchtlingslagern in Jordanien, im Libanon oder in der Türkei zeigt sich ihre große Bedeutung: Das UNHCR ist das starke Rückgrat der Flüchtlingshilfe. Auch die Bildungsoffensiven in den ärmsten Ländern wären nicht denkbar ohne die Hilfe aus dem Glaspalast. Umso erschreckender sind all die lautstarken Rufer, die die internationalen Organisationen weiter schwächen wollen und den Rückzug der Verantwortung hinter nationale Grenzen fordern. Früher oder später werden sie erkennen: Flüchtlingsströme, Klimawandel und Umweltzerstörung kann keiner allein bekämpfen. Dafür braucht es die Gemeinschaft der Staaten.     

Meinung Leitartikel zur IAA - Transport hat Zukunft

In den Innenstädten zeichnen sich wirtschaftliche Lösungen für Transporter und Busse ab. Und die zunehmende Vernetzung von Lkw-Daten und Warendisposition sowie langfristig das autonome Fahren werden dafür sorgen, dass Nutzfahrzeuge effektiver genutzt werden können. Die Branche steht vor einem gewaltigen Umbruch – zum Besseren.

Lars Ruzic 24.09.2016

Offiziell haben weder CDU noch SPD ihren Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl 2017 bekanntgegeben. Doch warum sollten sich Angela Merkel und Sigmar Gabriel so viel Mühe mit ihren Kritikern geben, wenn sie nicht antreten wollen? Ein Kommentar von Matthias Koch.

Matthias Koch 21.09.2016

Nach dem ganzen Ärger der letzten Wochen sitzt Gabriel nun wieder fester im Sattel. Die Kanzlerkandidatur kann ihm jetzt keiner mehr nehmen. Der Preis, den er dafür bezahlen musste, ist allerdings hoch. Zum wiederholten Male hat Gabriel seiner Partei eine Entscheidung aufgenötigt, die sie eigentlich nicht will. Eine Analyse von Andreas Niesmann.

22.09.2016
Anzeige