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Michelle Obama kämpft für ein besseres Amerika

Analyse zum US-Wahlkampf Michelle Obama kämpft für ein besseres Amerika

Endlich gibt es eine passende Antwort auf Donald Trump. Sie kommt weder von Hillary Clinton noch von einem anderen Politiker. Es ist Michelle Obama, die dem Geschäftsmann ein leidenschaftliches „Genug ist genug“ entgegen schleudert. Vordergründig mag die First Lady Wahlkampf für ihre Parteifreundin betreiben. Tatsächlich aber zeigt sie aller Welt die andere, bessere Seite Amerikas. Eine Analyse von unserem USA-Korrespondenten Stefan Koch.

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First Lady: Michelle Obama. 

Quelle: dpa

Washington. Ohne auch nur den Namen des Republikaners zu erwähnen, gibt Obama bei einem scheinbar unbedeutenden Kampagnenabend in New Hampshire ihren Landsleuten wieder Hoffnung. Sie führt den Menschen vor Augen, dass sie einen besseren Wahlkampf verdient haben als diese Schlammschlacht, die die Debatte über die drängenden Probleme des Landes kurzerhand ausfallen lässt – und die erschreckende Charakterzüge offenlegt. Trumps Aussagen sind eben kein Umkleidekabinengerede, sondern beleidigen alle Frauen, Eltern und jeden Bürger der Vereinigten Staaten.

Obamas Auftritt als Wendepunkt im Wahlkampf

Kurz vor ihrem Abschied aus dem Weißen Haus leistet Obama ihren Landsleuten einen letzten großen Dienst. Ihr Auftritt markiert einen Wendepunkt im Wahlkampf: Es reicht!

Zugleich erinnert diese Ehrenrettung allerdings an ihre eigene, eher tragische Rolle: Die Harvard-Absolventin blieb weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Nach unzähligen verbalen Angriffen auf ihre Person, die anfänglich noch aus dem Clinton-Lager kamen, hielt sich Obama bewusst im Hintergrund. Sie, die im Unterschied zu ihrem Ehemann auch Sklaven unter ihren Vorfahren hat, stand im Verdacht, nicht nur mit Zurückhaltung, sondern mit Wut im Bauch auf den weißen Teil ihrer Heimat zu blicken. Eine „angry black woman“.

Michelles Leitsatz wird zu Clintons Schlachtruf

Die Rückkehr auf die politische Bühne gelang ihr erst beim Nominierungsparteitag der Demokraten. Obamas Leitsatz, „When they go low, we go high“ (Wenn die anderen ihre schlechteste Seite zeigen, zeigen wir unsere beste) avancierte zum Schlachtruf der Clinton-Anhänger. Die 52-Jährige ist beliebt, eloquent und volksnah – und wird von so manchem Parteifreund bereits aufgefordert, selbst für das Weiße Haus zu kandidieren.

Dass es Obamas Auftritt bedarf, um den moralischen Kompass Amerikas neu zu justieren, weist auf ein weiteres Dilemma der Wahlkampagne hin: Obwohl Clinton als Senatorin und Außenministerin allerbeste Qualifikationen für das höchste Staatsamt besitzt, fehlt ihr die moralische Autorität. Sie leidet nicht allein unter den privaten Fehltritten ihres Ehemannes, vielmehr kann die ehemalige First Lady ihr eigenes Verhalten kaum erklären – angefangen von ihrer Geheimniskrämerei bis hin zu ihren fragwürdigen Geschäftsmethoden.

So stehen vier turbulente Jahren bevor, ganz gleich, wer gewinnt. Dank solcher Persönlichkeiten wie Michelle Obama bleibt aber die Gewissheit, dass Amerika zur Kurskorrektur fähig ist.

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Rede im Wahlkampf
First Lady Michelle Obama bei ihrer Rede in Manchester/New Hampshire.

Michelle Obama hat genug vom Benehmen des republikanischen Kandidaten. In einer Wahlkampfrede in New Hampshire sagte sie, Donald Trumps Bemerkungen hätten sie im Mark erschüttert. Seine Kommentare seien schändlich und inakzeptabel.

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