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Meinung Mit Polen eine
 Brücke bauen
Nachrichten Meinung Mit Polen eine
 Brücke bauen
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02:15 30.08.2015
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Mit ihrem ersten Auslandsbesuch setzen frisch gewählte Präsidenten immer ein Zeichen. Polens neues Staatsoberhaupt Andrzej Duda wählte als erstes Ziel nicht den großen Nachbarn Deutschland, Angela Merkel musste bis heute warten. Duda flog vor einigen Tagen zuerst in das kleine Estland mit ganz klarem Ziel: Er will die Phalanx der Osteuropäer stärken, die die Nato drängen, mehr Truppen und Militärtechnik an der Ostflanke des Bündnisses zu stationieren. Sie eint die Skepsis gegenüber Russland.

Doch bei allen berechtigten Ängsten der Balten und der Polen – es kann nicht die Lösung sein, dass Nato und Russland in die Verhaltensmuster des Kalten Krieges zurückfallen, mit den Muskeln spielen, aufrüsten und neue Mauern errichten, auch nicht die des Schweigens. Will die Nato eine Eskalation verhindern, sollte sie einen diplomatischen Neustart mit Moskau wagen. Für ein Ende der Funkstille plädierte erst kürzlich Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher: Er regte eine internationale Konferenz an, weil die alte Politik der Konfrontation unzeitgemäß sei. Recht hat er. Denn es lohnt jede Anstrengung, um wenigstens diesen Teil der Welt wieder zu stabilisieren.

Es wäre ein starkes Signal, würden gerade Warschau und Berlin gemeinsam mit Paris, also das Weimarer Dreieck, jetzt den Türöffner spielen und eine neue diplomatische Initiative Richtung Moskau starten. Angela Merkel könnte sich ein weiteres Mal als geschickte Brückenbauerin erweisen.

Bei der Gelegenheit könnte sie Duda auch daran erinnern: Aus den einstigen Erzfeinden Frankreich und Deutschland sind nicht durch heftiges Säbelrasseln ziemlich beste Freunde geworden, sondern durch Gespräche und vielfältige Kontakte. Polen ist für Deutschland genau so wichtig. Und Russland ist es für beide.

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