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00:15 18.08.2015
Von Heiko Rehberg
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Am Sonnabend um 15.30 Uhr, wenn die neue Fußball-Bundesligasaison auch für Hannover 96 beginnt, haben wir in der Region alle wieder ein Thema, über das sich leidenschaftlich diskutieren lässt. Und das, im Gegensatz zu den anderen, drängenden Themen des Alltags, trotzdem und glücklicherweise immer doch nur Fußball ist. Die Bundesliga ist für fast alle da, dem Kribbeln vor dem ersten Spiel, dem ersten Tor kann sich kaum einer entziehen.

Vor einer Saison wurde früher leidenschaftlich über die Frage diskutiert, wer am Ende Meister wird. Vier, fünf Clubs kamen infrage, manchmal gewann sogar wie 1998 mit dem 1. FC Kaiserslautern ein Verein den Titel, mit dem keiner gerechnet hatte. Vor der gestern in München eröffneten Saison 2015/2016 stellt niemand mehr ernsthaft die Titelfrage. Natürlich wird der FC Bayern wieder Meister, daran zweifeln nicht mal die stärksten Konkurrenten. Und auch die fünf Plätze hinter den übermächtigen Münchnern scheinen vergeben an Wolfsburg, Schalke, Leverkusen, Mönchengladbach und Dortmund, es geht nur um die Reihenfolge. Das ist langweilig – stört aber niemanden, solange die perfekte Unterhaltungsshow Bundesliga weiter schöne Geschichten liefert.

Hannover 96, vor drei Jahren noch stolzer Europa-League-Teilnehmer, hat andere Probleme als die Titel-Jagd – es gilt lediglich, sich in der 1. Liga zu stabilisieren. Von Europa spricht selbst Clubchef Martin Kind diesmal nicht. Mit einem Tabellenplatz im Mittelfeld wären viele 96-Fans zufrieden, wenn ihnen das Zittern um den Klassenerhalt bis zum letzten Spieltag erspart bliebe.
Bei 96 ist zuletzt viel falsch gelaufen. Auch, weil alles im Verein am Ende auf dem Tisch von Kind landet. Er beklagt das zu Recht – und tut wenig, um es zu ändern. Die jüngste Posse um Sportdirektor Dirk Dufner, der nach Gesellschaftermeinung entlassen werden sollte, bleiben durfte und dann hinschmiss, passt ins Bild eines Clubs, der sich viele Probleme selbst bereitet und dessen Krisenmanagement oft schlecht war. Der Dauerkonflikt mit Teilen der Fans, das viel zu lange Festhalten am überschätzten Tayfun Korkut – viel hätte nicht gefehlt, und 96 wäre heute wieder ein Zweitligist.

Dauerhaft ein Bundesligist bleibt 96 nur, wenn alle im Verein aus den Fehlern lernen. Kann Trainer Michael Frontzeck in Ruhe arbeiten? Hält der Friedensschluss mit den Ultras? Ist Kind bereit, entscheidungsstarke Führungskräfte neben sich zu dulden? Nicht nur auf dem Rasen wird es eine spannende Saison.

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