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Meinung Neues Kanada kann der Welt guttun
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02:15 23.10.2015
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Nach einer kurzen Nacht wachten die Kanadier am Dienstag in einer völlig veränderten politischen Landschaft auf. An der Spitze der neuen Regierung steht ein Mann, dessen Familienname weltweit bekannt ist – Trudeau. Justin Trudeau, Sohn des früheren Premierministers Pierre Trudeau, wird Nachfolger des konservativen Regierungschefs Stephen Harper, der das Land fast zehn Jahre lang geführt hatte. Die Hoffnung auf Erneuerung in dem Land ist riesig.

Normalerweise werden Regierungen abgewählt, wenn die Wirtschaft nicht läuft. Das ist in Kanada nicht der Fall. Das Wachstum ist zwar nicht überwältigend, im Frühjahr durchlief das Land sogar eine leichte Rezession, aber insgesamt ist es gut durch die Turbulenzen der Jahre seit der Finanzkrise 2008/2009 gekommen. Es war vielmehr eine Entscheidung gegen Harpers Politikstil. Die Wähler haben den Konservativen aus der Regierungsverantwortung gejagt. Die Mehrheit der Kanadier hatte genug von dem Mann, der das Land polarisierte und spaltete, der den Streit mit den Provinzen suchte, die nicht im Gleichklang mit Ottawa regiert wurden, der die Oberste Richterin des Verfassungsgerichts öffentlich attackierte, der alle Macht in seinen Händen hielt und die Bundesregierung in fast autokratischem Stil zur berüchtigten „Harper-Regierung“ machte.

Nun folgt ein Politiker, der nach dem Motto „versöhnen statt spalten“ regieren und Premierminister aller Kanadier sein will. Trudeau will die Wirtschafts- und Finanzpolitik neu ausrichten und weg von dem strikten Steuersenkungskurs, er hat angekündigt, die rigiden Sicherheitsgesetze zu überarbeiten und Sicherheit und Freiheit in eine neue Balance bringen. Trudeau will zudem Kanada im Klimaschutz und in der Diplomatie auf die Weltbühne zurückführen. Das alles kann der Welt angesichts der vielen Krisen nur guttun.

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