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00:15 05.01.2016
Von Hendrik Brandt
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So selbstverständlich, wie es im Rückblick scheinen mag, war das nicht. Denn mit dem neuen Jahr sind die Themen des alten ja nicht verschwunden. 

Im Gegenteil. 2015 hat derart viele und große Fragen aufgeworfen, dass zwölf Monate nicht reichten, um sie abzuarbeiten. Selten in jüngster Zeit war ein Jahreswechsel aufs Ganze gesehen so unbedeutend, die Zäsur, für die er stehen mag, so klein. Zuwanderung, Sicherheit, Klima, Energieversorgung und auch Europa sind zentrale Stichpunkte, die das Wort „Zukunftsangst“ auch an diesem Neujahrswochenende 2016 näher beschreiben könnten. Einerseits.

Andererseits gilt auch: Zusammen mit diesen Sorgen hat 2015 noch eine ganz andere Botschaft hinterlassen. Sie erlaubt einen deutlich entspannteren Blick auf das, was da vor uns liegt. Gewiss, Politik und übrige Gesellschaft haben noch lange nicht alles verstanden, was da nun neu ist, noch nicht genug gelernt und bestimmt auch noch nicht jeden nötigen Streit ausgetragen. Aber das alte Jahr hat gezeigt, dass uns all die neuen Aufgaben von der hunderttausendfachen Zuwanderung über die Stabilisierung Europas bis zum Klimaschutz zwar mächtig strapazieren – aber eben doch nicht aus der Bahn werfen. Was klingt wie ein alberner Werbespruch, ist nun schlicht bewiesen: Deutschland kann mehr. Mehr als von anderen gedacht – und vor allem viel mehr, als sich manche hierzulande selbst noch zugetraut haben.

Mit solcher Erkenntnis im Rücken kann es leichter werden, nach den Fest-Wochenenden jetzt wieder anzupacken. Was wird nun mit den Flüchtlingen? Wie viele kommen dieses Jahr hinzu? Und wohin genau? Das sind die Fragen, die ganz oben stehen. Andere sind noch komplexer: Wie können wir mit der Terrordrohung leben? Wie sichern wir wirtschaftliche Stabilität bei schwindender Bevölkerung, gleichzeitigem Totalumbau der Energieversorgung und stetig wachsenden Ansprüchen an die Arbeitswelt? Bröckeln dem Land bei alledem die Straßen und Brücken weg? Was wird mit den Zinsen? Und schließlich: Reicht das Geld für alle und alles?

Die Arbeit geht bruchlos weiter. Es bleibt vernünftig, Respekt vor ihr zu haben. Aber Angst eben nicht. 2016 ist auch nur eine neue Ziffernfolge im Kalender. Die Erkenntnis, dass wir mehr schaffen, als wir uns vor ein oder zwei Jahren zugetraut haben, trägt über den Datumswechsel hinweg. Das ist nicht wenig am Anfang eines neuen Jahres.

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