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Nicht nur VW 
braucht Reformen

Kraftfahrt-Bundesamt Nicht nur VW 
braucht Reformen

Im Abgas-Skandal steht der Wolfsburger Autokonzern VW seit Wochen im Kreuzfeuer der Kritik. Aber auch die Kontrolleure haben sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert – etwa das Kraftfahrt-Bundesamt. Es könnte ebenso wie VW eine Reform gebrauchen. Ein Kommentar von Stefan Winter.

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Könnte ebenfalls eine Reform gebrauchen: Das Kraftfahrt-Bundesamt.

Quelle: dpa

Wenn über Jahre Recht gebrochen wird, steht am Ende nicht nur der Täter dumm da, sondern auch der angebliche Kontrolleur, der es nicht gemerkt hat. So sahen US-Behörden schon in manchem Autoskandal der vergangenen Jahre schlecht aus, bevor ihnen VW vor die Flinte fuhr. Genauso geht es jetzt dem Kraftfahrt-Bundesamt, das zwar weiß, wie viele rote Audis zugelassen werden (9859 im vergangenen Jahr) – doch deren Abgaswerte nicht kennt.

Solche Versäumnisse kompensiert man dann mit Symbolen: der Anordnung eines Rückrufs zum Beispiel, die nach den Kriterien des Amts nur sehr mühsam zu begründen ist. Dies spielt wiederum keine Rolle, weil der Rückruf sowieso geplant war. Es gehört nicht viel Fantasie dazu, hinter der Entscheidung des KBA den Druck des Bundesverkehrsministers zu vermuten, der seit Wochen versucht, als strammer Aufklärer in Sachen VW vergessen zu machen, dass auch sein Haus sich nicht mit Ruhm bekleckert hat.

Immerhin führt das schlechte Gewissen aller Beteiligten zu ungeahntem Aufklärungseifer. Doch so, wie man derzeit bei VW vom Kulturwandel spricht und ihn hoffentlich auch umsetzt, sollte der Abgas-Skandal auch beim Kraftfahrt-Bundesamt und anderen Behörden zu einer Reform führen, nach der sie ihre Arbeit besser machen als bisher.

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