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14:26 11.10.2015
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Die Woche der Nobelpreis-Verleihungen ist mit einem starken Signal gestartet. Denn die weltweit beachtete Auszeichnung für drei Parasitenforscher aus Irland, China und Japan zeigt, dass die Jury den Kampf für die Ärmsten der Welt unterstützt und honoriert. Parasiten gelten nicht nur als eine der ältesten Geißeln der Menschheit, sie sind auch Jahr für Jahr für Tausende Tote, darunter viele Kinder, in bitterarmen Gebieten wie der Subsahara, Südostasien und Zentralamerika verantwortlich.

Die Chinesin Youyou Tu, der gebürtige Ire William C. Campbell und der Japaner Satoshi Omura haben Therapien entwickelt, die die Ausbreitung von Krankheiten wie Malaria, Flussblindheit und Elefantiasis eindämmen. Die Männer und Youyou Tu – die zwölfte Frau, der der Medizin-Nobelpreis zuerkannt wurde – haben ihre Kraft nicht für die Entwicklung von überteuerten Medikamenten für eine Minderheit eingesetzt, sondern sich mit Infektionen beschäftigt, die rund ein Drittel der Weltbevölkerung plagen. Das allein ist schon bemerkenswert und könnte der nächsten Generation von Medizinern als Vorbild dienen.

Der Preis für das Trio ist auch ein Preis für das Lebenswerk. Wie es beim Nobelpreis üblich ist, hat es wieder einmal sehr lange gedauert, bis die Wissenschaftler die Nachricht vom Nobelpreis erreichte: Alle drei Forscher haben bereits ihren 80. Geburtstag gefeiert, ihre bahnbrechenden Forschungen liegen teilweise schon mehr als 20 Jahre zurück. Umso entspannter zeigte sich beim Anruf des Komitees der Japaner Omura. Er meinte, den Preis könne man auch den Mikroorganismen verleihen, schließlich habe er ja viel von ihnen gelernt.
Es ist ein schöner Moment, wenn Scharfsinn, Bescheidenheit und Humor zusammentreffen. Das macht Hoffnung auf eine gute Nobelpreis-Woche.

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