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So wird es nichts mit dem E-Auto

Analyse So wird es nichts mit dem E-Auto

Nach langen Verhandlungen ist die Kaufprämie für Elektroautos beschlossen worden, deren Kosten sich Staat und Hersteller teilen. Doch das Geld wird an der falschen Stelle ausgegeben. Es wäre besser für ein Schnellladenetz und technische Fortschritte ausgegeben. Eine Analyse von Stefan Winter.

Wenn drei Minister nötig sind, um das Ergebnis monatelanger Verhandlungen zu erklären, ist das selten ein gutes Zeichen. Es erzählt von Unentschlossenheit und Interessenkonflikten auf dem Weg zu einem gequälten Kompromiss. Im Fall der E-Mobilität zog sich das Leiden so lange hin, dass das Ergebnis schon fast egal war – es sollte nur endlich eins geben. Am Morgen nach dem x-ten „Autogipfel“ war die größte Überraschung, dass sich der Wirtschaftsminister gegen den Finanzminister durchgesetzt hatte: Es gibt eine Kaufprämie, die Kosten teilen sich Staat und Hersteller.

Das wird den Verkauf erst einmal ankurbeln, was den Herstellern hilft, ihre – nicht zuletzt auf politischen Druck aufgebauten – Kapazitäten wenigstens etwas besser auszulasten. Das war es dann aber auch. Vom Durchbruch ist die Technologie immer noch ein gutes Stück entfernt, und das wird sich beim jetzigen Stand der Batterieleistung und der Ladenetze auch nicht ändern. Denn wirklich überzeugen können die meisten verfügbaren Autos bisher nicht. Reinen E-Mobilen fehlt es an Reichweite, und Plugin-Hybride entpuppen sich im Alltag einfach als Benziner mit Übergewicht.

Viele regen sich darüber auf, dass die in Verruf geratene Autoindustrie Staatshilfe bekommt. Ärgerlicher ist aber, dass das Geld an der falschen Stelle ausgegeben wird. Das Schnellladenetz müsste ausgebaut werden, wofür nur ein kleiner Teil des Hilfspakets gedacht ist. Vor allem aber müssen technologische Fortschritte gefördert werden. So ist schon absehbar, dass die Ladesäulen überholt sein werden, sobald sie stehen: Dem induktiven Laden ohne Stecker gehört die Zukunft. Auch die heute verwendete Batterietechnik wird bald obsolet sein. Nicht umsonst halten die Hersteller ihr Publikum seit Monaten mit Ausblicken auf 2019 und 2020 bei Laune. Dann sollen leistungsfähigere Batterien verfügbar sein – über deren Technologie noch nicht einmal Klarheit herrscht. Es gäbe in Forschung und Entwicklung genug sinnvolle Verwendung für Staatshilfen. Kommen die Autos technisch nicht voran, werden sie auch durch ein paar Tausender im Handschuhfach nicht zum Renner.

Auf manchmal rätselhafte Weise haben Industrie und Politik in Deutschland das Thema E-Mobilität jahrelang verstolpert. Das Elektroauto wurde als nationale Aufgabe inszeniert, doch der so gern gepriesene unternehmerische Mut schlief derweil auf der Rückbank. Ein Amerikaner namens Elon Musk hatte ihn und gründete Tesla. Daraus kann man vor allem eins lernen: Oft braucht es Mut statt Arbeitskreisen.

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