Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Hannover ist ein hervorragender Gastgeber

Kommentar zu Special Olympics Hannover ist ein hervorragender Gastgeber

Hannover war Athleten und Zuschauern der Special Olympics ein hervorragender Gastgeber – wie so oft bei Großereignissen. Die Stadt hat alles, was man dafür braucht: Die Sportstätten, die Helfer und das Herz, meint Gunnar Menkens.

Voriger Artikel
Die EM der Nationalisten
Nächster Artikel
China braucht Deutschland
Quelle: Florian Petrow

Nur Gutes hörte man, vom ersten Tag an. Knapp 5000 Sportler und 1700 Trainer und Betreuer aus allen deutschen Winkeln reisten zu den Special Olympics nach Hannover, und die fünftägigen Wettkämpfe waren noch nicht vorbei, da erzählten sie schon, wie großartig alles war in der Stadt. Die Gäste schwärmten von der Eröffnungsfeier in einer voll besetzten Tui-Arena. Von den vielen freiwilligen Helfer aus örtlichen Vereinen und Verbänden, die zu Kampfrichtern wurden, zu Getränkeausgebern, zu Organisatoren oder zu Rettungskräften am Maschsee. Sie freuten sich, wie Zuschauer rund um die Oper Kulisse bildeten und für 10.000-Meter-Läufer klatschten. Von freundlichen Menschen überall in Hannover war die Rede.

Am dritten der Special Olympics in Hannover wurde geritten, geworfen und gesprungen. Eindrücke des Tages.

Zur Bildergalerie

Keine Frage: Die Special Olympics der geistig behinderten Sportler waren ein Gewinn für Hannover, die Unterstützung mit 400.000 Euro (Zuschüsse und Sponsoreneinnahmen werden noch abgezogen) aus dem Rathaus erwies sich als gut investiertes Geld. Es ging bei den Wettkämpfen nicht um Zeiten und Weiten nach Maßstäben des Profisports. Die Special Olympics sind auch keine Weltmeisterschaft körperbehinderter Athleten, wie es die Paralympics sind. Die Spiele von Hannover waren von allem etwas: ein Wettbewerb mit oft hervorragenden Leistungen; ein Sportfest für Teilnehmer, für die es wichtig war, dabei zu sein; ein langer Ausflug mit der Erfahrung, unter Tausenden Gleichgesinnter kein Außenseiter zu sein wie so oft im Alltag. Und nicht allein zu sein, das ist eine sehr großartige Erkenntnis.

Hannover, man hatte das fast vergessen in seiner Selbstverständlichkeit, ist für sportliche Großereignisse eine außergewöhnlich begabte Stadt. Es kann kommen, was will, ob eine Fußball-Weltmeisterschaft mit Zehntausenden Zuschauern in der HDI-Arena oder, zehn Jahre später, auf deutlich kleinerer Bühne ein Sportfest wie die Special Olympics. Eine auffällige Gemeinsamkeit gibt es allerdings: Immer funktioniert alles, und immer sind die Menschen zufrieden.

Am zweiten Tag der Special Olympics in Hannover standen unter anderem Tennis, Fußball, Staffellauf und Beach-Volleyball auf dem Programm.

Zur Bildergalerie

Das fängt bei den Orten an. Mit dem Stadion am Maschsee, der kleineren Tui-Arena und der Swiss-Life-Hall ist jede Größe im Angebot. Und der Sportpark mit dem niedlichen Leichtathletik-Stadion, benannt nach Erika Fisch, Fußballplätzen drumherum und einem Stadionbad von lichter Schönheit, alles auf kurzen Wegen zu erreichen und eingebettet in Grünanlagen, ist ein leicht zu übersehendes Kleinod mitten in Hannover. Die mutigsten Teilnehmer der Special Olympics wagten sich, im überraschenden Wettbewerb des Freiwasserschwimmens, in einen eher trüben Maschsee. Unbedingt gehört zu einer Sportstadt die Bereitschaft möglichst vieler Einheimischer, sich zu engagieren. Traditionell ist das kein Problem für Hannover, die Special Olympics haben das wieder gezeigt. Vereine stellten ihre Anlagen zur Verfügung, Schulen, Sporthallen und 2200 Freiwillige ermöglichten diese Spiele.

Die größte Leistung dieser Special Olympics aber haben die Teilnehmer selbst vollbracht. Sie haben daran erinnert, dass Menschen mit geistiger Behinderung zu besonderen Leistungen fähig sind, auch abseits von Förderschulen und Werkstätten.

Bei sommerlichen Temperaturen haben die Teilnehmer der Special Olympics alles gegeben.

Zur Bildergalerie

Und ja: Man kann mit ihnen sprechen! Ganz normal. Natürlich haben viele Menschen Vorbehalte, auch das ist Teil der Wirklichkeit. Sehr oft liegt der Grund dafür aber in der eigenen Unsicherheit, wie man Menschen mit Behinderungen begegnen sollte. Es ist leicht: mit Respekt.

Wer die Sportler gesehen und mit ihnen gesprochen hat, wie es in diesen Tagen Tausende getan haben, der kann gar nicht anders, als Vorurteile zu revidieren. Ob es wirklich klappt mit der Inklusion entscheidet sich an den Möglichkeiten im Alltag geistig behinderter Menschen. In Schulen, Vereinen und am Arbeitsplatz.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Meinung