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Staus und Baustellen: Das Problem ist hausgemacht

Kommentar Staus und Baustellen: Das Problem ist hausgemacht

Baustellen, Sperren, Staus, dann wird auch noch die Üstra bestreikt – und es geht gar nichts mehr. Die Behörden müssen sich bei der Verkehrsplanung besser abstimmen. Ein Kommentar von Andreas Schinkel.

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Dichter Verkehr während des Üstra-Streiks am Freitag.

Quelle: Frank Wilde

In dieser Woche haben viele Hannoveraner viel Zeit in Verkehrsmitteln verbracht. Autofahrer standen am Donnerstag stundenlang im Stau, weil im Stadtgebiet etliche Straßen überlastet waren. Oder sie warteten vor einer geschlossenen Schnellwegbrücke, die längst wieder geöffnet sein sollte. Andere harrten stundenlang in Zügen aus, die wegen des Sturms nicht weiterfahren konnten. Und manche warteten vergeblich an Bus- und Bahnhaltestellen, weil Verdi meinte, ausgerechnet in dieser Woche des Verkehrschaos Warnstreiks bei der Üstra ausrufen zu müssen.

Naturgewalten wie der Sturm „Xavier“ sind kaum vorherzusehen und erst recht nicht bei der Verkehrsplanung zu berücksichtigen. Einige der massiven Verkehrsprobleme in den vergangenen Tagen waren jedoch nicht vom Sturm verursacht, sondern hausgemacht. Wie kann es sein, dass die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr zunächst ankündigt, die Schnellwegbrücke über der Hildesheimer Straße einseitig zu sperren, dann aber die gesamte Fahrbahn abriegelt? An diesem derart sensiblen Knotenpunkt darf sich eine Behörde keine Fehler erlauben. Den Bürgern ist ohnehin schwer zu vermitteln, dass eine hochfrequentierte Brücke jahrzehntelang vernachlässigt wird und nun eine Dauerpflege benötigt, damit sie noch einige Jahre bis zum Abriss durchhält. Dass sich nach der Absperrungspanne die Bauarbeiten um elf Stunden verzögerten, verstärkt den Eindruck, dass die Behörde die Lage nicht im Griff hat.

Das Sturmtief "Xavier" hat ein Verkehrschaos augelöst. Bäume liegen auf den Straßen, Autos stehen in langen Staus und der Bahnverkehr kam zum Erliegen.

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Auch bei der Stadt läuft nicht alles rund. Hauptverkehrsadern wie Laves- und die Sallstraße werden monatelang lahmgelegt, die Bauarbeiten scheinen nur im Schneckentempo voranzukommen. Ganze Viertel, etwa Kirchrode, sind nur über Umwege erreichbar, weil auf etlichen Straßen gebuddelt wird. Da verwundert es nicht, dass der Verkehr in Hannover zusammenbricht, wenn Ausweichstrecken wegen des Sturms gesperrt werden. Die Probleme zeigen, dass der Autoverkehr in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat und das System immer sensibler auf Störungen reagiert. Wird der Verkehrsfluss an einer Stelle ausgebremst, hat das sofort enorme Auswirkungen an anderer Stelle.

Man gewinnt nach dieser Woche den Eindruck, dass die Behörden mit der Entwicklung kaum Schritt halten. Die Abstimmung zwischen Behörden und Bauträgern muss deutlich besser, die Kommunikationswege müssen kürzer werden. Und die Stadtverwaltung muss sich fragen lassen, ob es weiterhin sinnvoll ist, Straßenbaustellen überwiegend auf die Ferien zu legen. Die Belastungsgrenze ist erreicht, wenn nicht überschritten.

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