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Transport hat Zukunft

Leitartikel zur IAA Transport hat Zukunft

In den Innenstädten zeichnen sich wirtschaftliche Lösungen für Transporter und Busse ab. Und die zunehmende Vernetzung von Lkw-Daten und Warendisposition sowie langfristig das autonome Fahren werden dafür sorgen, dass Nutzfahrzeuge effektiver genutzt werden können. Die Branche steht vor einem gewaltigen Umbruch – zum Besseren.

Ihre Reputation ist, sagen wir: verbesserungswürdig. Nutzfahrzeuge verbindet die Öffentlichkeit mit Staus, Lärm und dramatischen Unfällen. Nicht wenige würden den Warentransport gern auf die Schiene verlagern oder Lieferwagen in der Stadt verbieten. Wenn das mal so einfach wäre.

Natürlich sind moderne Gesellschaften auf Lastwagen, Busse und Transporter angewiesen – mehr denn je. Sie sorgen dafür, dass die Regale im Supermarkt voll sind. Sie bringen täglich unsere Kinder zur Schule. Und sie liefern das Amazon-Paket noch am Abend, wenn wir meinen, nicht länger als 24 Stunden darauf warten zu können. Eine funktionierende Logistik ist ein entscheidender Faktor für erfolgreiche Volkswirtschaften. Dabei teilt die Branche das Schicksal von Energieversorgern: Auf sie aufmerksam werden wir nur, wenn mal etwas nicht klappt. Insofern ist es nur legitim, dass sich die Branche alle zwei Jahre zur IAA Nutzfahrzeuge ins Rampenlicht stellt. Jetzt steht wieder Hannover im Mittelpunkt der Brummi-Welt.

Dass die in naher Zukunft noch mehr ins Wanken geraten wird als die der Autobauer, gehört zu den Details, die in der öffentlichen Wahrnehmung ebenfalls gern unter den Tisch fallen. Die Warenströme wachsen, mit ihnen zwangsläufig ihre Transporteure. Die weltweit zunehmende Urbanisierung und der boomende Online-Handel lassen das Geschäft mit der Beförderung bis an die Haustür rasant wachsen. Gleichzeitig steht die Verkehrsinfrastruktur in vielen Ländern schon heute vor dem Kollaps. Und die Branche muss ihren Teil zur Verringerung von Unfällen, zum Schutz des Klimas und zur Senkung gesundheitsschädlicher Abgase leisten.

Das alles geschieht vor dem Hintergrund der automobilen Mega-Trends Digitalisierung und Elektrifizierung. Intelligent genutzt, werden sie nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung sein. Schon weit fortgeschritten sind Versuche, Lkw durch Fahrerassistenzsysteme überwacht in langen Konvois mit kurzen Abständen auf der Autobahn fahren zu lassen – was Sprit spart und nervtötenden „Elefantenrennen“ ein Ende setzt. In den Innenstädten zeichnen sich langsam wirtschaftliche Lösungen für Transporter und Busse mit Elektroantrieb ab. Und die zunehmende Vernetzung von Lkw-Daten und Warendisposition, Mietservice per Smartphone und langfristig das autonome Fahren werden dafür sorgen, dass die Nutzfahrzeuge wesentlich effektiver genutzt werden können als heute. Die Branche steht vor einem gewaltigen Umbruch – zum Besseren.

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