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Trump ist kein Scherz mehr

Kommentar Trump ist kein Scherz mehr

Auch wenn Trump und Clinton beim Super Tuesday ähnlich erfolgreich waren: Laut einer aktuellen Umfrage des US-Fernsehsenders CNN würden derzeit sowohl Clinton als auch ihr parteiinterner Rivale Bernie Sanders als Sieger aus einem direkten Duell mit Trump hervorgehen. Doch Trump sollte man nach wie vor nicht unterschätzen.  Ein Kommentar von Stefan Koch.

Seit sieben Jahren verteufeln die Republikaner den Washingtoner Regierungsbetrieb. Sie blockieren das parlamentarische Alltagsgeschäft, verunglimpfen den politischen Gegner und suchen den Erfolg in der Fundamentalopposition. Und nun, da sich Donald Trump eben dieses Vokabulars bedient, versteht die Parteiführung die Welt nicht mehr. Es ist eine bittere Erkenntnis: Aber die einst so große Partei wird zum Opfer ihrer eigenen Propaganda. Der New Yorker Immobilienkönig verspricht die Erlösung von all dem Übel, das die eigene Parteiführung so oft an die Wand gemalt hat.

Was sich tatsächlich hinter dem Demagogen versteckt, lässt sich noch immer nicht mit Bestimmtheit sagen. Die Aussagen des politischen Neulings sind widersprüchlich und gehen nur selten ins Detail. Auffällig ist allerdings die jüngste Kehrtwende: Kaum war erkennbar, dass er die Mehrheit seiner Parteifreunde in sieben Bundesstaaten gewinnt, schlug der vermeintliche Hardliner versöhnliche Töne an. Plötzlich ist davon die Rede, die Partei zu einen und dem gesamten Land zu dienen. Auch von einer Abschottung Amerikas will Trump nichts mehr wissen: Wie selbstverständlich wirbt der wendige Geschäftsmann für eine liberale Einwanderung.

Dass Trump im Zweifelsfall geschmeidig über Sozialprogramme und kostenlose Gesundheitsversorgung für Arme und Alte spricht, lässt auch Menschen aufhorchen, die außerhalb der traditionellen konservativen Klientel stehen. In landesweiten Umfragen liegt Hillary Clinton im direkten Vergleich zu dem New Yorker Geschäftsmann zwar in Führung. Aber der Vorsprung ist so knapp, dass sich Prognosen verbieten. Es macht mehr Sinn, „The Donald“ nicht länger als schlechten Scherz abzutun, sondern sich für eine ernsthafte Auseinandersetzung zu wappnen.

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