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Meinung Tsipras, die Zweite
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02:15 23.09.2015
Von Marina Kormbaki
Alexis Tsipras am Morgen der Wahl in einem Wahllokal.  Quelle: dpa
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Im Laufe der vergangenen acht Monate hat Tsipras einen Wandel vollzogen, wie es ihn in der Politik in so kurzer Zeit selten gibt. Zerreißen wollte er die Sparvereinbarungen mit Griechenlands Geldgebern zu Jahresbeginn noch. Inzwischen aber hat er seine Unterschrift unter ein weiteres Sparabkommen gesetzt. Er hat darüber die Spaltung seiner Linkspartei Syriza in Kauf genommen, ist zurückgetreten, um Neuwahlen herbeizuführen. Er hat alles auf diese eine Karte gesetzt und am Ende gewonnen. Die Wähler geben ihm eine weitere Chance

Das sagt mehr aus über das Führungspersonal des Landes denn über Tsipras. Es gibt einfach niemanden, der den Griechen glaubwürdiger erscheint. Tsipras soll fortsetzen, was er begonnen hat. Er soll für eine Lockerung der Sparauflagen in Brüssel eintreten. Was er nicht soll: Griechenland aus dem Euro führen. Es ist bemerkenswert, dass drei Viertel der Wähler ihre Stimme jenen Parteien gegeben haben, die sich gegen einen „Grexit“ und für Reformen aussprechen. Und noch etwas spricht bei der Betrachtung des Wahlergebnisses für die politische Reife der Griechen: Auf den östlichen Ägäisinseln, wo täglich Hunderte Flüchtlinge stranden, hat die Neonazi-Partei „Goldene Morgenröte“ keine nennenswerten Erfolge erzielt. 

Das Regierungsprogramm für Tsipras’ neue Amtszeit steht. Es ist nachzulesen im Kreditvertrag, den er in Brüssel unterzeichnet hat. Den Griechen stehen weitere Einsparungen bevor. Das wissen sie, deshalb fiel der Jubel gestern leise aus. Und auch wenn Europas Linke sich beeilten, Tsipras zu gratulieren: Sein Wahlsieg ist ein ernüchternder Beleg dafür, dass Auflehnung gegen die EU-Sparpolitik von begrenzter Wirkung ist.

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