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Was macht den Zoo zum Zoo?

Unterm Strich Was macht den Zoo zum Zoo?

Der Zoo braucht schon aus wirtschaftlichen Gründen von Zeit zu Zeit neue Attraktionen. Das geplante 360-Grad-Panorama ist so eine. Die Hannoveraner dürfen sich darauf freuen, meint Bernd Haase.

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Was hat eine gemalte Regenwaldszenerie als 360-Grad-Panorama in einem großen, mehr als 30 Meter hohen Rundbau in einem Zoo zu suchen? Es geht ja per Definition in so einem Tierpark vorrangig um eine Anlage zur Haltung und öffentlichen Zurschaustellung verschiedener Tierarten. Passt das also zusammen? Die Antwort: Sehr gut sogar. Weil der Tierpark sich selbst Erlebniszoo nennt und diesem Anspruch gerecht werden will. „... echt anders“ lautet seit einiger Zeit sein Werbeslogan.

Der Zoo hat sich gegenüber der Zeit vor der Weltausstellung gewandelt. Er hält und zeigt Tiere, will einen Bildungsauftrag wahrnehmen, ist aber mit seinen Themenlandschaften, mit der Art der Präsentation und den vielen Veranstaltungen im Jahresverlauf auch ein Freizeitpark. Das Konzept hat nicht nur Freunde, hat sich aber, gemessen an den Besucherzahlen und der überregionalen Ausstrahlung, bewährt. Wäre es anders, wäre es nicht so oft von den Zoos anderer Städte aufgegriffen worden.

Das Ganze ist nicht zum Nulltarif zu haben. 120 Millionen Euro sind in den vergangenen 20 Jahren in den Zoo investiert worden, 71 Millionen Euro kommen laut Masterplan bis zum Jahr 2025 hinzu. Dabei geht es nicht nur um Sensationen und Attraktionen. Es gab und gibt immer noch Ecken, die nicht vorzeigbar sind. Das Tropenhaus für die Drills und Meerkatzen gehört dazu, es geht demnächst in einer neuen Themenwelt auf. Auch sind neue Erkenntnisse und Auflagen in Sachen Tierhaltung zu berücksichtigen.

Bei alledem erhält der Zoo starke finanzielle Unterstützung durch die Region Hannover als seinem Besitzer. Die verlangt im Gegenzug, dass ihr Tierpark im laufenden Betrieb kein Kostgänger ist. Um das zu bewerkstelligen, braucht der Zoo das, was andere Freizeiteinrichtungen seiner Größenordnung auch benötigen: Von Zeit zu Zeit muss eine neue Attraktion her.

Das 360-Grad-Panorama des Künstlers Yadegar Asisi, das 5 Millionen Euro kostet, gehört in diese Kategorie. Natürlich werden in der Riesenrotunde Naturmotive wie zunächst der Regenwald und später möglicherweise das Great Barrier Reef gezeigt, der Künstler arbeitet da mit dem Zoo zusammen. Aber wichtiger ist die Funktion als Besuchermagnet, die sich bei den Asisi-Projekten in anderen deutschen Städten erwiesen hat. In Leipzig, Berlin oder Dresden kamen und kommen mehrere Hunderttausend im Jahr. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass das in Hannover anders sein wird. Und falls doch, hat das 360-Grad-Panorama einen weiteren Vorteil: Es entsteht keine Bauruine, der Rundbau lässt sich ohne großen Aufwand wieder entfernen.

Bleibt die Diskussion um die Eintrittspreise, die in Hannover so alt ist wie das Konzept Erlebniszoo selbst. Der Tierpark an der Eilenriede gehört zu den teuersten in Deutschland, aber er bietet auch Qualität – und mittlerweile für diejenigen, die sich das nicht leisten können, einen Sozialtarif. Jeder kann selbst entscheiden, ob er das Geld für den Zoo ausgeben will. Für das Panorama, für das extra Eintrittsgeld verlangt werden wird, gilt das auch. Der Zoo und Asisi bauen es nicht nur, um die Besucher zu begeistern, sondern auch, um Geld zu verdienen. Das ist nicht verboten.

„Ich bin voller Erwartungen, wie die Hannoveraner und ihre Besucher das Panorama annehmen werden. Ich glaube, dass es Synergien geben wird, an die wir heute noch nicht denken“, sagt der Künstler Asisi. Die Chancen stehen gut, dass er damit recht behält.

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Hannover erhält als erste Stadt in Norddeutschland ein sogenanntes 360-Grad-Panorama von Yadegar Asisi. Der Zoo und der Künstler stellten das Projekt mit monumentalen Bildern, das zwei Jahre geplant wurde und im Oktober 2017 eröffnen soll, am Mittwoch vor.

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