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Meinung Vom Smartphone zum Pfand-Phone
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02:15 02.09.2015
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Am Freitag beginnt in Berlin die Internationale Funkausstellung. Zu sehen gibt es noch kleinere Handys, noch flachere Fernseher, noch mehr unverzichtbare Technik. Der Handel darf sich auf ein dickes Weihnachtsgeschäft freuen, schließlich konnten die Geschäftsleute zuletzt ein Plus von 12 Prozent bei Elektrokleingeräten verzeichnen. Von den Schattenseiten wird in den Hallen unterm Funkturm keine Rede sein, dabei hat Europa ein massives Müllproblem.

Einer aktuellen Studie zufolge wird in den 28 EU-Ländern derzeit nur etwa ein Drittel der ausgemusterten Computer und anderen Elektroschrotts ordnungsgemäß entsorgt. Der Rest – mehr als sechs Millionen Tonnen jährlich – werde falsch recycelt, ins Ausland gebracht oder weggeworfen. Das bedeutet aber nicht nur, dass wertvolle Rohstoffe wie Gold, Silber und Kupfer sowie eine ganze Reihe äußerst seltener Metalle unrecycelt auf den Halden landen. Schädlicher noch ist der illegale Export des Elektroschrotts Richtung Afrika, oft durch kriminelle Banden. Der volkswirtschaftliche Schaden liegt geschätzt bei mehr als einer Milliarde Euro pro Jahr.

Das Problem der illegalen Händler, die bei einer Aufklärungsquote von 0,5  Prozent nichts befürchten müssen, ließe sich durch mehr Druck der Strafverfolgungsbehörden sowie bessere Ausbildung von Polizisten, Staatsanwälten und Richtern mildern. Wie aber kann die Ressourcenverschwendung verhindert werden? Schließlich sind zumindest die Deutschen ein Volk von Verwertern und Sammlern. Während 80 Prozent bei Müll, Altglas und Altpapier getrennt werden, fällt die Quote bei Elektroschrott auf 40 Prozent ab. Deshalb könnte ein Pfand auf Computer und Handys der richtige Weg sein, die Wiederverwertung von Elektroschrott sowohl ökologisch als auch volkswirtschaftlich vernünftig zu regeln.

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