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Was bedeutet der Obama-Besuch für Hannover?

Unterm Strich Was bedeutet der Obama-Besuch für Hannover?

Nach den Anschlägen von Brüssel machen sich viele Hannoveraner Sorgen über den Besuch von Barack Obama im April. Ja, die Stadt wird für die Sicherheit Einschränkungen in Kauf nehmen müssen, aber das Zeichen muss gesetzt werden, meint Gunnar Menkens.

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Die Sicherheitsvorkehrungen für den Besuch von Barack Obama in Hannover werden hoch sein.

Quelle: dpa/Archiv

Wenn in einem Monat US-Präsident Barack Obama die Industriemesse besucht, wird er dabei einiges über Hannover lernen. Wie schnell man vom „Airport“ zum Messegelände kommt und von dort zu den Herrenhäuser Gärten in „the capital city of lower saxony“. Dass die Leute hier nicht das verschnörkelte „building“ am See Schloss nennen, sondern einen Flachbau am Rande eines Parks. Und dass Mitarbeiter der Stadt das Goldene Buch dorthin tragen, wo er Zeit findet für einen historischen Eintrag. „Amazing!“.

Tatsächlich: Hannover steht ein Ereignis bevor, dass in seine Geschichte eingehen wird. Noch nie betrat ein US-Präsident hannoverschen Boden (Ronald Reagan war einmal für zehn Umsteigeminuten auf dem Flughafen Langenhagen). Und wenn Obama sich auch keine 48 Stunden in der Stadt aufhält, ist der organisatorische und finanzielle Aufwand für diesen Besuch enorm hoch. Niemand auf der Welt dürfte in Zeiten globalen Terrors besser geschützt werden als der Chef vom Weißen Haus. Sicherheitskräften ist gut in Erinnerung, wie es 2013 drei jungen Frauen gelang, auf der Messe bis auf wenige Meter zu Wladimir Putin vorzudringen, um gegen dessen Politik zu protestieren. Der Secret Service wird ähnliche Vorfälle unbedingt vermeiden wollen.

Obamas Besuch bedeutet also für Hannover: Auffälliges und unauffälliges Sicherheitspersonal lange vor seinem Besuch, Absperrungen, verborgene Scharfschützen, weiträumige Verbotszonen und Überprüfungen von Menschen, mit denen Obamas Stab während seines Aufenthalts zu tun haben könnte. Dazu kommen ausgedehnte Kontrollen für Personen in der Nähe des Präsidenten, sei es auf der Messe, die das übrige Gelände während Obamas Rundgang nicht zusperren will, sei es in Herrenhausen, wo der US-Präsident mit Kanzlerin Merkel sprechen will, wie diese Woche bekannt wurde. Für etliche Bürger wird der Besuch des Präsidenten also mit Einschränkungen verbunden sein.

Zur Vorsicht gibt es leider gute Gründe. Die Terroranschläge von Paris und Brüssel zeigen, wie leicht skrupellose Täter in einer freien Gesellschaft Menschen töten können. Im menschenverachtenden Denken islamistischer Fundamentalisten genügt es vielleicht, irgendwo in der Nähe des US-Präsidenten Sprengstoff zu zünden, am Flughafen, in der U-Bahn oder draußen nahe den Herrenhäuser Gärten. Barack Obama ist für Extremisten jeder Couleur überall auf der Welt ein Ziel. Droht deshalb auch im beschaulichen Hannover Gefahr? Ein 19 Jahre alter Schüler aus Misburg sympathisierte offenbar mit dem so genannten „Islamischen Staat“ (IS). Der junge Mann war bei Spielen von Hannover 96 als Ordner im Einsatz und auf einem Video zu sehen, dass ihn nach dem abgesagten Fußball-Länderspiel im Innenraum der HDI-Arena zeigte. Er hatte zudem Kontakt zu jener Schülerin, die einen Bundespolizisten mit einem Messer in den Hals stach, kurz nachdem ihre verhindert hatte, dass sie über Istanbul zum IS nach Syrien reiste.

Barack Obama besucht Deutschland und Hannover also in höchst unsicheren Zeiten. Aber es gibt wenige Wochen nach den Morden von Brüssel keine bessere Möglichkeit um zu zeigen, dass sich Demokratien von Terroristen nicht beeindrucken lassen: Der Präsident muss kommen. Touristen können umbuchen, wenn ihnen ein Reiseziel zu gefährlich erscheint, für Staatsoberhäupter gilt das nicht. Obama muss kommen, gerade weil die Zeiten unsicher sind. Was wäre das für eine Gesellschaft, in der sich frei gewählte Repräsentanten nicht mehr sehen lassen dürften vor freien Menschen? Es ist kaum darauf zu hoffen, aber eine öffentliche Rede von Barack Obama in Hannover vor einem großen Publikum wäre ein großartiges Symbol im Kampf gegen den widerwärtigen Terror der Fanatiker.

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