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Meinung Feminismus, was nun?
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00:15 11.03.2017
Der Kampf der Gleichberechtigung ist noch lange nicht abgeschlossen. Quelle: (cc) Samantha Carlson
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Hannover

Haben wir nicht eigentlich genug darüber gesprochen? Über Frauenrechte, Frauenquote, Chancengleichheit und über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf? Sollten wir nicht einfach mal machen? Und Frauen befördern, sie so bezahlen wie die männlichen Kollegen, Kinderbetreuung nicht nur zusammenpuzzeln, sondern planbar gestalten, uns Alltagssexismus entschlossen entgegenstellen? Sollten wir. Und tun es doch selten genug.

Jedes Jahr wieder müssen wir feststellen: Gleichberechtigung von Männern und Frauen ist auch hier noch immer nicht so weit, wie wir denken. Und nun müssen wir auch noch dabei zusehen, dass die machohafte Breitbeinigkeit im Stil von Trump, Erdogan und Putin an einigen Ecken der Welt den Takt vorgibt. Diese Entwicklung irritiert dabei nicht nur Frauen. Waren wir nicht schon weiter?

Man könnte meinen, an der feministischen Front sei alles erreicht. Gerade jüngere Frauen, die mit der „Ich kann alles“-Ideologie aufgewachsen sind, gähnen zuweilen, wenn von Feminismus die Rede ist. Sie kennen es nicht anders, als dass sie ihr Leben so gestalten können, wie sie wollen. Ein hart erkämpftes Gut. Bis die Familiengründung eine vermeintlich alte Diskussion ins eigene Leben holt: Wie geht das denn jetzt ganz praktisch? Und wie sind die Rollen verteilt?

Derzeit tauchen vermeintlich abgehakte Debatten wieder auf: Wer hätte gedacht, dass Menschen nach den Erfolgen der Frauenbewegung noch einmal für das Recht auf Abtreibung auf die Straße gehen müssten? Das Thema wird wieder diskutiert - in Polen, den USA, Südamerika. Und im niedersächsischen Wendland. Gerade erst hat ein Chefarzt hier seinen Mitarbeitern Abtreibungen verboten. Schnell wurde er zurückgepfiffen, doch der Vorgang zeigt, dass hier längst nicht alles ausdiskutiert ist. Der Körper der Frau ist wieder Debattenthema - oder noch immer?

Der Weltfrauentag suggeriert in der Debatte um die Gleichstellung eine trügerische Homogenität: als seien die Probleme der Frauen überall gleich - sie sind es nicht. Noch nicht einmal in Deutschland. Hier wird von einigen Feministinnen übersehen, dass es nicht nur um Frauen in Führung geht oder um Studentinnen an der Hochschule. Wir brauchen eine Öffnung des feministischen Blickes: Diskriminierung kann nicht nur auf Geschlechterzugehörigkeit reduziert werden. Die Probleme der pfälzischen Pflegerin sind andere als die der Managerin aus Hamburg - bei der einen geht es um schlechte Bezahlung, die andere kämpft um oder für ihren Platz an der Spitze zwischen Männern. Gleichberechtigung hat auch mit Herkunft oder sozialer Schicht zu tun. So ehrlich müssen wir sein. Und das zeigt, wie viele Schauplätze der längst nicht abgeschlossene Kampf der Gleichberechtigung noch hat.

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