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Weniger PS 
würden helfen

Illegale Rennen Weniger PS 
würden helfen

Am Wochenende ist eine Frau bei einem illegalen Rennen in Bremen ums Leben gekommen. Eine Beschränkung der PS-Zahl wäre ein erster Schritt, um dies zu verhindern. Eine verstärkte Präsenz der Polizei würde zudem helfen. Ein Kommentar von
 Carsten Bergmann

Illegale Rennen auf öffentlichen Straßen lösen ein Gefühl von Ohnmacht und Hilflosigkeit aus. Wie will man Autofahrer stoppen, denen Regeln, vor allem aber Menschenleben, vollkommen egal sind? Jeder klar denkende Mensch muss wissen, wie gefährlich solche Amokfahrten durch Ortschaften sind, die in den vergangenen Wochen wieder mehrere Tote und Verletzte gefordert haben. Instrumente wie ein intensiveres Begleitfahren für Fahranfänger reichen bei der Rowdy-Bekämpfung bei Weitem nicht aus – zumal diese pauschale Abstrafung auch diejenigen trifft, die mit den Rasern überhaupt nichts gemein haben.

Eine PS-Beschränkung für Fahranfänger dürfte dagegen weitaus wirkungsvoller sein. Das belegen die Erfahrungen bei Motorradfahrern. Eine Regulierung der Motorkraft könnte nicht nur der illegalen Raserei auf öffentlichen Straßen entgegenwirken, sondern auch ganz allgemein den besonders gefährdeten Fahranfängern helfen, die Kontrolle über ihre Autos zu behalten.

Aber eine PS-Beschränkung kann nur ein Baustein von vielen sein, um die Rennen wirkungsvoll zu verhindern. Auch die Polizei muss mehr Präsenz auf den Straßen zeigen. Denn nur wenn Raser wissen, dass sie ständig und überall in eine Kontrolle geraten können, dürfte das die grenzenlose Freiheit auf der Straße nachhaltig einschränken. Die Politik muss zudem schärfere Gesetze erlassen und verantwortungslose Verkehrsdelikte rigoroser ahnden. Und auch die Fahrlehrer müssen mehr Augenmerk darauf legen, ihre Schüler zu sensibilisieren.

Solange Tempolimits auf Deutschlands Straßen allerdings auch von vielen Familienvätern nur als Richtwert behandelt werden, haben derartige Hinweise beim Fahrernachwuchs wenig Aussicht auf Erfolg.

 

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