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Meinung Wie in Hannovers schlechten alten Zeiten
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00:15 26.11.2016
Von Hendrik Brandt
Wechselt zu Enercity: Marc Hansmann. Quelle: Mast
Hannover

War das ein guter Dienstag für Hannover und seine Stadtwerke? Es kommt auf den Standpunkt an. Beim Blick auf Enercity fällt auf, mit welchem Tempo die neue Chefin Susanna Zapreva das Ruder herumwirft. Die erste wenige Monate alte Strategie ihre Vorgängers Michael Feist geht dabei über Bord – angesichts von Energiewende und rasender Digitalisierung soll alles anders werden. Dafür hat sie nun mit Marc Hansmann und Kai-Uwe Weitz zwei neue Vorstände an ihrer Seite. Dass der versierte bisherige Stadtkämmerer Hansmann hier einen guten Job machen wird, kann man mit Recht vermuten. So gesehen geht sein Seitenwechsel völlig in Ordnung.

Aber das ist es dann auch. Für die Politik in der Stadt, für das Rathaus und vor allem den Oberbürgermeister ist dieser Abgang des Kämmerers ziemlich erbärmlich. Weil er so ziemlich allen Vorurteilen Nahrung gibt, die über die Beteiligten im Umlauf sind. Und über die Sozialdemokraten in dieser Stadt sowieso.

Der quirlige SPD-Mann Hansmann sitzt qua Amt im Aufsichtsrat der Stadtwerke, verpflichtet eine neue Chefin – und wird dann selbst zum Vorstand. Und das wenige Tage, nachdem er einen voluminösen und extrem schuldenbelasteten Haushalt für die Landeshauptstadt im Rat eingebracht hat. Hat mal jemand über die Wirkung dieses Ablaufs nachgedacht? Jedes wirklich große Unternehmen, jeder wirklich versierte Politiker würde nicht einmal mehr auf die Idee kommen, sich auch nur mit einem Anschein von Durchstecherei zu belasten. In Hannover und seiner SPD gilt das offenbar noch immer nicht. Gab es kein anderes „Exit-Szenario“ für Kämmerer Hansmann, dem es im Rathaus schon länger zu eng war? Und hatte die Wirtschaft ganz zufällig nur diesen einen Posten für ihn im Angebot?

Das ganze Verfahren riecht nach dem modrigen Filz vergangener Zeiten, als die kommunalen Unternehmen für Stadtspitzen und Parteien allerorten willkommene Plätze an der Sonne waren. Wer einen Personalwechsel im Graubereich von Politik und Geschäft heute noch so vollzieht, hat kaum noch Gespür für die gesellschaftliche Wirklichkeit. Kann es sein, dass sich die Sozialdemokraten der Stadt unter Führung ihres Oberbürgermeisters immer weiter von der Welt jenseits des Trammplatzes entfernen? Es sieht so aus.

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