Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meinung Wo bleibt Amerikas Freiheitswille?
Nachrichten Meinung Wo bleibt Amerikas Freiheitswille?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 20.08.2015
Anzeige

Es wird niemanden mehr überrascht haben, dass auch Amerikas Kommunikationsriese AT&T dem US-Geheimdienst beim weltweiten Spitzeln behilflich war. Es ist schon länger bekannt, dass fast alle namhaften US-Telefongesellschaften und Internetunternehmen aus dem Silicon Valley als Teil des Überwachungssystems der NSA dienen. Und doch sind die neu ausgewerteten Dokumente aus dem Innersten der Dienste entlarvend. Sie zeigen sehr deutlich, dass es nicht immer die blanke Macht einer aus den Fugen geratenen Regierung und ihrer Geheimgerichte war, die US-Firmen zur Zusammenarbeit zwang.

Vielmehr verstand sich das Nachfolge-Unternehmen des Telefonerfinders Bell offenbar als „Partner“ der Geheimdienste, der die NSA viele Jahre lang „hochgradig zuverlässig“ und „äußerst willfährig“ mit Milliarden von Telefondaten und E-Mails ihrer Kunden versorgte, darunter etwa die vom UN-Hauptquartier. Man muss befürchten, dass diese und ähnliche Kooperationen andauern. Ein Ende der Lauschprogramme jedenfalls will in Washington bis heute niemand bestätigen.

Für US-Unternehmen, die den Kommunikationsmarkt weltweit dominieren, können derartige Enthüllungen verheerende Folgen haben. Wenn das einstige Land der Freiheit seine Unternehmen derart flächendeckend als Spionagewaffen instrumentalisiert und die Konzerne diese Rolle noch bereitwillig annehmen, dürfen sie sich nicht über schwindendes Vertrauen wundern. Welches Großunternehmen und welche Behörde auf der Welt kann es sich noch leisten, sich bei sensiblen Kommunikationsdienstleistungen auf US-Firmen zu verlassen? Die Mehrheit der Amerikaner ist immer noch für den Waffenbesitz, um sich im Zweifel gegen einen übergriffigen Staat wehren zu können. Der Kommunikationsbranche wäre mehr von dieser Mentalität dringend zu wünschen.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Deutlicher denn je entfernt sich die SPD von der fröhlichen links-alternativen „Refugees Welcome“-Szene in Deutschland. Ihre führenden Leute spüren, dass eine große Kollision von Zielen droht: ja zur Weltoffenheit, ja zum Sozialstaat. Eine Analyse von Matthias Koch.

20.08.2015
Meinung Kommentar zur Kuba - Das Ende 
der Isolation

Die USA und Kuba haben ihre diplomatischen Beziehungen wieder aufgenommen. Die 50-jährige Isolation Kubas war eine falsche Strategie, die US-Präsident Barack Obama nun endlich korrigiert hat. Ein Kommentar von Udo Harms.

15.08.2015
Meinung Analyse zu Hannover 96 - Neue Saison, 
neues Glück

Die Bundesliga geht wieder los. In der ganzen Region wird wieder über Hannover 96 diskutiert. Dauerhaft ein Bundesligist bleiben die "Roten" nur, wenn alle im Verein aus den Fehlern lernen. Eine Analyse von Heiko Rehberg.

Heiko Rehberg 18.08.2015
Anzeige