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Zeichen setzen gegen rechte Gewalt

Kommentar Zeichen setzen gegen rechte Gewalt

Tatsächlich schrumpft die rechtsradikale Szene. Ihr parteipolitischer Arm, die NPD, reiht Misserfolg an Misserfolg und übt sich in Selbstzersetzung. Die verbleibenden Neonazis jedoch werden immer aggressiver. Ein Kommentar von Thorsten Fuchs.

Würde es nicht anerkennend klingen, so könnte man sagen: Die trauen sich wieder was. Rechtsextremisten drohen Gegnern offen mit Gewalt, zünden Heime von Flüchtlingen an, werfen Steine auf deren Helfer. Und es spricht nach den ersten Ermittlungsergebnissen alles dafür, dass auch sie es waren, die in der Nacht zu Donnerstag in Nordwestmecklenburg den Hof eines Paares in Brand setzten, das sich Neonazis in seiner Region offen entgegenstellt.

Eine Tat, begangen quasi unter den Augen der Öffentlichkeit: Familie Lohmeyer aus Jamel ist mittlerweile bundesweit bekannt, die Polizei fährt dort besonders häufig Streife. Wer so etwas tut, der kennt keine Grenzen mehr, der fühlt sich sehr sicher - und er hofft auf die Zustimmung derer, die nicht so radikal handeln, aber genauso radikal denken.

Dabei erzeugen diese Taten in Teilen sogar ein falsches Bild: Tatsächlich schrumpft die rechtsradikale Szene. Ihr parteipolitischer Arm, die NPD, reiht Misserfolg an Misserfolg und übt sich in Selbstzersetzung. Die verbleibenden Neonazis jedoch werden immer aggressiver. Ihren Bedeutungsverlust versuchen sie mit Steinen und Brandsätzen auszugleichen.

Dagegen hilft vor allem entschlossene Polizeiarbeit: konsequente Ermittlungen, Kontrollen, Überwachung. Vielerorts wird das auch längst beherzigt. Doch den Neonazis geht es auch um die öffentliche Meinung. Und da ist es gut, ihnen immer wieder zu demonstrieren, dass sie auf diese Weise nicht gewinnen werden.

Die Lohmeyers organisieren vor ihrer Hofruine Ende August wieder ihr Festival für Toleranz. Ein schöner Anlass eigentlich für Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering, am besten mit Spitzenpolitikern auch aus Berlin in Ostseenähe mal wieder ein bisschen Musik zu hören und eine Bratwurst zu essen. Das wäre ein Zeichen, das nicht nur den Lohmeyers guttun würde.

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